© Photothek / FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung

4. Nachhaltigkeits-Symposium des BMBF unter dem Titel „Freiheit verpflichtet?!“, 17.07.2018, München

Nachhaltigkeit in der Wissenschaft: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Die Tage des 16. und 17. Juli 2018 standen für das netzwerk n ganz im Zeichen der Vernetzung und des überregionalen Austauschs. Am ersten Tag lud das Netzwerk Nachhaltigkeit und Hochschule Bayern Vertreter_innen aus Politik und der verschiedenen hochschulischen Statusgruppen in das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nach München ein, um sich unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung an bayerischen Hochschulen – Wie kann die Implementierung gelingen?“ der nachhaltig gestalteten Lehre zu widmen. Neben einer starken Perspektive des netzwerk n brachten sich unter anderem Studierende aus Eichstätt und Innsbruck rege in die Diskussionen ein.
Daran anknüpfend fand am 17. Juli das 4. Symposium „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ (SISI) unter dem Motto „Freiheit verpflichtet?!“ an der Ludwig-Maximilians-Universität statt. Knapp 15 junge Menschen aus dem netzwerk n bereicherten mit ihrer deutlich wahrnehmbaren Stimme die Diskussionen um eine mutigere Verankerung von nachhaltiger Entwicklung an Hochschulen in Deutschland. Überdies waren wir aktiv in die Programmgestaltung eingebunden: Jana Holz stellte im Auftaktplenum auf der großen Bühne mithilfe symbolischer Utensilien im Wandercoaching-Rucksack die große Bandbreite unserer Aktivitäten und Formate vor – von der 2. Auflage der Good-Practice-Sammlung, dem Wandercoaching-Programm, der perspektive n-Reihe, der methode n bis zum Positions- und Forderungspapier. Unser Wandercoaching-Programm hat sich in jedem Fall absolut etabliert; selbst Bundesbildungs- und -forschungsministerin Anja Karliczek wies in ihrer Video-Botschaft auf das Wandercoaching hin. 
Jana gestaltete weiterhin mit Lisa Weinhold und mit Unterstützung weiterer netzwerk n-Aktiver den Workshop „Qualifizierungsbedarfe und -angebote im Bereich Nachhaltigkeit: Inhalte, Methoden, Akteure“, welcher mit einer gelungenen statusübergreifenden Kooperation bereits in der Konzeption neue Allianzen aufmachte. Josef Kaiser überzeugte im Workshop „Bestandsaufnahme zu Nachhaltigkeit an Hochschulen: Wozu der Aufwand?“ mit einem eindrücklichen Plädoyer, dem studentischen Engagement mehr finanzielle, zeitliche und physische Räume bereitzustellen, um dieses Potenzial stärker auszuschöpfen. Auch wies er darauf hin, eine Bestandsaufnahme nicht nur als quantitative Aufnahme des Ist-Zustands zu sehen, sondern auch Wünsche und Visionen der Hochschulmitglieder zu berücksichtigen, um mithilfe dieser Ergebnisse den Transformationsprozess an den Hochschulen aktiv voranzubringen. Der Kurzinput rüttelte die Anwesenden sichtbar wach, wenn auch keine Zeit mehr für eine weiterführende Diskussion blieb, da die studentische Perspektive leider wie so oft zugunsten der Vertreter_innen aus Politik und Wissenschaft ganz an das Ende gestellt wurde – schade, eine vertane Chance für einen gelungenen Dialog. Verena Salomon gab im Rahmen des Workshops „BNE on- und offline – Verbindungswege zwischen analoger und digitaler Hochschullehre“ einen Input zu unserer plattform n und möglichen Kooperationsperspektiven für wünschenswerte  Weiterentwicklungsschritte, wozu auch eine stärkere Verknüpfung von Engagement, Lehren und Lernen u.a. mit der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit aus Bremen und dem yooweedoo-Zukunftsmacherprogramm aus Kiel gehört. Michael Flohr brachte sich in den Workshop „Wer, wie, was? Nachhaltigkeit an Hochschulen zwischen Top-down-Strategie, Netzwerk und Einzelkämpfertum“ ein und präsentierte Ausschnitte unseres Erfahrungswissen über die transformative Kraft von Verbindungen und erste Erkenntnisse aus der Netzwerkforschung zu Nachhaltigkeits-Hochschulgruppen.
Insgesamt fehlte dem SISI-Symposium der politisch-strategische Blick in die Zukunft. Weder die Bundesministerin noch andere politische oder administrative Vertreter_innen gaben Auskunft über geplante Förderlinien und die nächsten Schritte. Natürlich liegt die Verabschiedung der Bundeshaushalte 2018 und 2019 erst knapp zwei Wochen zurück, doch auch konzeptionelle Gedanken wurden leider ausgespart. Auch der zusammenhängende inhaltliche Bogen über den Tag fehlte, da sich an das Auftaktplenum die thematisch diverse Workshopphase anschloss und nur eine sehr knappe inhaltliche Zusammenführung erfolgte – das Abschlussplenum war vor allem eine kurze Danksagung an die Organisator_innen. Für das netzwerk n war das SISI-Symposium jedoch ein voller Erfolg: Wir konnten reichlich Gespräche führen, neue Kontakte aufbauen und unsere Materialien fanden einen reißenden Absatz und großes Interesse.

Alle Bilder des Symposiums befinden sich hier.

© Photothek / FONA – Forschung für Nachhaltige Entwicklung

Eine Antwort hinterlassen