© Michael-Otto-Stiftung für Umweltschutz

2. Salon für Transformation der Michael-Otto-Stiftung in Hamburg

Tacheles. Ein Workshop zum Gegen- und Miteinander in der Transformation

Am 25. Januar waren Jana, Sarah und Lisa vom netzwerk n beim 2. Salon für Transformation im schönen Wälderhaus in Hamburg. Bereits zum zweiten Mal wurde der Workshop von der Michael-Otto-Stiftung zusammen mit Transformationsforscherin und Historikerin Luise Tremel sowie Jana Gebauer (Die Wirtschaft der Anderen), Jasmin Wiefek und Josefa Kny (Universität Flensburg, Norbert-Elias Center for Transformation Design) ausgerichtet. 2017 fand der erste Salon unter dem Thema „Aufhören“ statt.

Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Tacheles“ reden. Denn „(h)eute herrscht weitgehender Konsens, dass eine Transformation hin zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweisen unumgänglich ist. In der Frage allerdings, welche Wege dafür zu beschreiten sind, scheiden sich die Geister. (…) Der Workshop „Tacheles“ ist diesen Konflikten gewidmet, die auf den Tisch gehören, aber meist unter den Teppich gekehrt werden.“, wie die Veranstalter_innen formulieren. Ziel war es, neue Perspektiven sowie Umgangsweisen damit und eventuell neue Kooperationen zu entwickeln. Zur Veranstaltung  geladen waren ungefähr 60 Vertreter_innen aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Nach der Begrüßung vom Geschäftsführer der Stiftung, Stephan Zirpel, und einem Impuls von Luise Tremel warum Transformationen Klartext brauchen, ging es los ‚Tacheles’ zu reden: Ein Geschäftsführer und Inhaber eines mittleren Unternehmens, ein Angestellter einer nachhaltigen Kommunikationsberatung, ein Nachhaltigkeitsmanager eines Großunternehmens sowie eine Vertreterin einer Landesverwaltung debattierten im Plenum zusammen mit den Teilnehmenden über Fragen, Gegensätze und Herausforderungen ‚transformativ‘ im eigenen Wirkungsbereich zu agieren – sei es privat, beruflich und/oder ehrenamtlich. Dabei wurde deutlich: Selbst, wo manchmal der Wille da ist, stößt man als Handelnde_r auf Schranken in Form von ökonomischen Zwängen und überkommenen Strukturen, um tatsächlich ganzheitliche Transformationsprozesse in der jeweiligen Organisation in die Wege zu leiten.

Nach dieser Phase des Austauschs und Kennenlernen ging es nach der Mittagspause in Teil 2 des Strategie-Workshops: „Die Transformationsstrategien der Anderen. Ziel dieser Phase war die Arbeit in Workshop-Gruppen entlang vorher im Plenum identifizierter Konfliktlinien, gemeinsam mit etwaigen „Konfliktpartner_innen“ und begleitet von professionellen Mediator_innen. Folgende Workshop-Gruppen haben sich dabei ergeben:

  • Der/die Einzelne und das System
  • Wie radikal darf es sein?
  • Small is beautiful vs Big is Powerful?

In den Workshops wurde diskutiert, in Form von Aufstellungen visualisiert, welche Positionen es gibt und versucht, gemeinsame Lösungsstrategien zu entwickeln. Leider krankten die Diskussion etwas an den doch recht homogenen Teilnehmenden: Richtige Konflikte wollten sich nicht wirklich zeigen, es gab kaum unüberwindbare Unterschiede, man traf sich häufig bei einem sowohl-als-auch irgendwo in der Mitte. Dies lag wohl auch an den recht breitgefassten Themenbereichen, konkrete Fragestellungen nach z.B. einer Verkehrswende oder urbanen Strukturen der Zukunft hätten sicherlich handfestere Konflikte hervorgebracht.

Wir nehmen auf jeden Fall viele spannende Gespräche und neue Kontakte mit, aber auch, dass es gar nicht so einfach ist, sich zu streiten und Themen und Fragestellungen zu finden, über die man sich richtig streiten kann.

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