nez e.V.

Eberhard Karls Universität Tübingen

Nez ist eine Studierendeninitiative an der Universität Tübingen. Das nez-Team möchte gemeinsam Zukunft gestalten– und zwar so, dass das Wohlergehen aller jetzt und zukünftig lebenden Menschen ermöglicht wird. Dazu organisieren sie jährlich drei- bis fünftägige Akademien zum Themen nachhaltiger Entwicklung. Für Studienanfänger’innen und anderen Interessierten soll ein Raum geschaffen werden, in dem sie sich mit verschiedenen Aspekten und Themen der nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen können und der sie zum eigenen sozialen Engagement motiviert. Außerdem soll die Vernetzung unter Studierenden verschiedener Fachrichtungen sowie zu bestehenden Initiativen und Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung gefördert werden.

Im Oktober 2014 wurde die erste Week of Links an der Eberhard Karls Universität Tübingen organisiert. Seit Sommer 2019 laufen zwei Veranstaltungen unter den Titeln let’s nez – Erstsemesterakademie für Nachhaltige Entwicklung und nezWerk – Projekttage für Nachhaltige Entwicklung. Die Nachhaltigkeitsakademien wird von einer Gruppe von Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen mit Unterstützung der Universität Tübingen organisiert und durchgeführt. 2020 kooperiert nez unter dem Namen zukunftsfähig mit sieben anderen Städten in BaWü, um ein Netzwerk aus Nachhaltigkeitswochen aufzubauen.

Ziel des Projektes ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Studienanfänger_innen sich mit Themen der nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen und sich mit Studierenden anderer Fachrichtungen sowie bereits bestehenden Initiativen und Projekten in diesem Bereich vernetzen können. Auch Masterstudierende des ersten Semesters sind herzlich eingeladen.

Es sollen Konsequenzen des eigenen Handelns vergegenwärtigt und Selbstwirksamkeit im eigenen Alltag spürbar gemacht werden. Somit soll studentisches Engagement gefördert werden, aber auch angeregt werden, im eigenen Fachstudium Aspekte der nachhaltigen Entwicklung im Blick zu behalten.

Durch das Öffnen der Veranstaltung im Sommersemester 2018 für Menschen außerhalb des universitären Rahmens sollen neue Einblicke und Perspektiven für und durch die Teilnehmenden entstehen. Eine bunte Mischung an Berufen, Studiengängen und unterschiedlichen Lebensabschnitten kann vielleicht ganz neue Lösungsstrategien eröffnen und gleichzeitig einen Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen.

Let‘s nez sowie auch nezWerk findet an insgesamt drei, vier oder fünf aufeinanderfolgenden Tagen statt. Während dieser Zeit nehmen die Teilnehmenden an moderierten Kleingruppendiskussionen (KGD), von lokalen Initiativen durchgeführten Workshops, öffentlichen Vorträgen und an Exkursionen teil. Ein buntes Abendprogramm und Zeit für Pausen sowie das gemeinsame Frühstück bieten ausreichend Gelegenheit für soziale Vernetzung. Die KGDs beschäftigten sich z. B. mit der Frage, welche Rolle Privatpersonen und die Politik in der nachhaltigen Entwicklung einnehmen können und müssen. Außerdem werden konkrete Schritte für das eigene Handeln entwickelt. In den etwa 30 angebotenen Workshops ist eine große Bandbreite an Handlungsfeldern und Initiativen präsent, u.a. die Studierendeninitiative Bunte Wiese, Amnesty International Tübingen, Anti Corruption International, oikos Tübingen, Transition Town Initiative, Rethinking Economics u.v.m.

 

Zur Vorbereitung der Nachhaltigkeitsakademien werden in verschiedenen Arbeitskreisen die unterschiedlichen Programmpunkte sowie übergreifende Aufgaben wie die Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Dieses Organisationsteam besteht im Kern aus ungefähr zwanzig Studierenden, die während der Projekttage selbst von den Moderator_innen der KGDs unterstützt werden. Eine enge Kooperation besteht mit der Universität Tübingen, insbesondere mit dem Career Service. Ideelle Unterstützung erfährt die Initiative durch das Weltethos- Institut an der Universität.

Seit Sommer 2019 findet regelmäßig Let’s nez im Herbst und nezWerk im Oktober statt. Das Programm beinhaltete Vorträge, eine Podiumsdiskussion, ca. 30 Workshops in vier Zeitfenstern, Exkursionen, zeitlich über zwei Workshopslots hinweg stattfindend, KGD sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dazu gehört das gemeinsame Frühstück und Mittagessen. Am letzten Abend wird gerne zusammen gegrillt. Auf dem Markt der Möglichkeiten werden den Teilnehmern zahlreiche Initiativen vorgestellt. Sie sollen motiviert werden, Teil einer dieser zu werden. Etwa 120 Teilnehmer sind jedes Mal dabei. Im Jahr 2020 hat nez unter dem Namen zukunftsfähig gemeinsam mit sieben anderen Städten in BaWü ein Netzwerk aus Nachhaltigkeitswochen aufgebaut und wird von der LUBW finanziell unterstützt.

Grundbausteine für die Nachhaltigkeitsakademien Let’s nez und nezWerk

Workshops

Hier findet der größte Teil des inhaltlichen Inputs statt. Die Workshops können zum Beispiel von Initiativen, Vereinen, Unternehmen, wissenschaftlichen Mitarbeitenden, Studierenden oder sonstigen interessierten Menschen gehalten werden und sollten einen Bezug zur nachhaltigen Entwicklung in ihrer sozialen, ökonomischen und/oder ökologischen Dimension haben.

Kleingruppendiskussionen

Vor allem der Austausch unter den Studierenden steht im Vordergrund der Nachhaltigkeitsakademien. Dazu werden die Teilnehmendenin kleine Gruppen à 15 Personen eingeteilt, die sich ein paar Mal während der Woche treffen, um das Gelernte zu vertiefen und sich über weitere Themen auszutauschen. Die Kleingruppen werden von Studierenden moderiert.

Reden und Podiumsdiskussionen

Abgerundet wird das Programm von Redner_innen, die über verschiedene Perspektiven und Ansätze von Nachhaltigkeit referieren. Diese Veranstaltungen werden bei uns öffentlich beworben und stehen auch Nicht-Teilnehmenden offen. Gemeinsames Frühstück, Exkursionen, eine nachhaltige Stadtführung und ein buntes Abendprogramm ergänzen die Hauptbausteine.

Die ersten Aufgaben:

  • Zusammenstellen eines Orga-Teams
  • Daten für Let’s nez und nezWerk festlegen
  • Erarbeitung eines Konzepts: Aus welchen Bausteinen soll die Akademie bestehen? Wie viele Teilnehmende sollen erreicht werden?
  • Erstellung des zeitlichen Ablaufs der Projekttage
  • Ort und Räume sichten: Wie viele Räume braucht man? (Ansprechpartner*innen: Raumverwaltung der Uni, AStA)
  • Finanzierung von Redner*innen, Abendprogramm, Essen und weitere Materialien z.B. durch Uni-Sponsoring (Career Service etc.), Unternehmen, Banken, Studierendenrat (StuRa) und staatliche Fördertöpfe (s. unten)

 

Weitere Aufgaben könnten folgendermaßen aufgeteilt werden:

Workshops

Wie viele Workshops soll es geben? Je nach Anzahl der Teilnehmenden finden die Workshops parallel mit ca. 10-20 Teilnehmenden pro Workshop statt. Erstellung einer Liste aller möglichen Vereine, lokalen Initiativen, Wissenschaftler*innen, Doktorand*innen, Unternehmen, etc., die einen Workshop anbieten könnten und Anfrage (per Mail). z.B. zu Nachhaltiger Ernährung, Effektiver Altruismus, Postwachstum, …

Kleingruppen

Die Anzahl der Kleingruppen hängt von der Anzahl der Teilnehmenden ab. Es sollte mit circa 15 Teilnehmenden pro Gruppe geplant werden. Für die Moderationsanfragen wird deine E-Mail über den Uni-Verteiler an alle Studierenden versendet. Die Moderator*innen bekommen im Vorfeld einen Crashkurs über Nachhaltigkeit und Grundkenntnisse in Moderation/Diskussionsleitung. An dieser Stelle wird mit der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik zusammengearbeitet, die bezüglich der Organisation des Crashkurses mitwirkt und Dozierende stellt.

Reden/Podiumsdiskussionen

Zu welchem Thema möchtet Ihr Vorträge organisieren? Wer kommt als Redner*in infrage (Professor*innen, Wissenschaftler* innen, Unternehmer*innen, Politiker*innen etc.)? Potentielle Redner*innen sollten frühzeitig, also einige Monate im Voraus, angefragt werden. Redner*innen aus der Region können in der Regel auch später angefragt werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Infomaterial in die Ersti-Broschüre, Mails an die Studienanfänger*innen verschicken; Erwähnung auf der Uni-Website; Kontaktieren der Fachschaften, um Werbung über deren Verteiler verschicken zu dürfen und auf ihren Homepages erwähnt zu werden; eigene Website und Facebook-Auftritt; Plakate und Flyer (können an der Uni, in Läden, in Cafés und Bars aufgehängt, ausgelegt werden; Plakatierorte kann für wenig Geld bei der Stadt beantragt werden). Auch eine Vorstellungder Veranstaltung in den Vorkursen ist hilfreich. Oft melden sich viele Erstsemester auch noch kurzfristig an.

Finanzierung

Eine gesamte Nachhaltigkeitsakademie kostet – nach bisheriger Erfahrung – je nach Teilnehmendenanzahl und Konzept 2.000 € bis 6.000 €. Wir verschicken gern die grundlegenden Unterlagen und stehen Neugründer*innen einer Nachhaltigkeitsakademie gerne beratend zur Seite! Der größte Teil wird bei uns durch die Uni finanziert. Durch Sponsoring von Unternehmen kommen zusätzlich etwa 1000 € zusammen. Für unser öffentliches Programm wie Reden und Vorträge erhalten wir auch finanzielle Mittel vom Studierendenrat der Uni. Zudem erhalten wir finanzielle Unterstützung von der LUBW, da wir im Jahr 2020 unter dem Namen zukunftsfähig eine Landesweite Kooperation mit sieben anderen Städten in BaWü aufgebaut haben, um ein Netzwerk aus Nachhaltigkeitswochen aufzubauen. Manche Unternehmen (z.B. Bioläden) geben auch Sach- oder Essensspenden. In Tübingen ist das Projekt auf große Unterstützung gestoßen. Des Weiteren wird ein Teilnahmebeiträge in Höhe von 10 € erhoben. Dies hat auch eine motivierende Funktion, da es weniger spontane Absagen gibt, wenn bereits ein Teilnahmebeitrag gezahlt wurde.

Erfahrungsbericht 

Nez wird von der Universität positiv wahrgenommen und von den Studierenden sehr gut angenommen. Insbesondere das breite Themenspektrum und die Vernetzung mit Menschen, die ähnliche Interessen haben, wurden positiv hervorgehoben. Die Evaluation ergab, dass Wiederholungen der Veranstaltungen gewünscht sind. Außerdem wird langfristig das Ziel angestrebt, die Akademien für eine größere Teilnehmerzahl zu öffnen. Einen Einblick geben die Erfahrungen einiger Teilnehmer_innen:

 

„[…] “Die Möglichkeit neue Leute, auch aus anderen Studiengängen kennenzulernen, hat mir an Let’s nez besonders gut gefallen. Außerdem die Begeisterung und der Einsatz des Orgateams. Eigentlich so ziemlich alles. Oh, und das Essen”

 

“Ich habe mich sehr wohl gefühlt und ich denke, das ist vor allem für Menschen die neu in der Stadt sind super!”

 

“Let’s nez hat Interesse an den Themen geweckt und mich motiviert, mich weiter mit ihnen auseinanderzusetzen.”

 

„[…] Es war super inspirierend zu sehen, wie kreativ man auf etwas hinweisen kann und bei Menschen eine Reaktion / Nachdenken auslösen kann.”

Die Week of Links wird von der Universität positiv wahrgenommen und von den Studierenden sehr gut angenommen. Insbesondere das breite Themenspektrum und die Vernetzung mit Menschen, die ähnliche Interessen haben, wurden positiv hervorgehoben. Die Evaluation ergab, dass eine Wiederholung der Veranstaltung gewünscht ist. Einen Einblick geben die Erfahrungen einiger Teilnehmer_innen:

„Die Week of Links war für mich ein besonders schöner und gleichzeitig interessanter Einstieg in mein Studium. Ich habe dadurch meine ersten Bekanntschaften hier gemacht und das Einleben war umso einfacher. Ich kann jedem empfehlen, vor Studienbeginn eine solche Veranstaltung zu besuchen.“
Paul, 20

„[…] Am besten haben mir die Workshops gefallen, weil man wirklich etwas gelernt hat und sich super mit den Themen beschäftigen konnte.“
Lena, 19

„[…] Darüber hinaus war die Week of Links eine gute Möglichkeit, die verschiedenen Hochschulgruppen kennenzulernen und sich auch danach noch sozial zu engagieren.“
Anna, 20

Kernprinzipien

  • Offenheit für Studierende aller Fachrichtungen (Vernetzung und Austausch zwischen Studierenden verschiedener Fachrichtungen soll explizit gefördert werden)
  • Bewusstsein über das Potential der Mitwirkung von Initiativen und Vereinen an einer interdisziplinären Veranstaltung
  • Konstruktive Zusammenarbeit mit verschiedenen Organen der Universität (Career Service, Raumverwaltung, Hochschulkommunikation, etc.)
  • Veranstaltungen zu Studienbeginn (als Einführungswoche), um die Studierenden „abzuholen“ und für ein Engagement zu begeistern
  • Öffentliche Veranstaltungen (Reden, Abendprogramm, etc.) für alle interessierten Tübinger*innen
  • Konzeption und Programmplanung in studentischer Hand

Kontakt

Institution: Eberhard Karls Universität Tübingen
Bereich: Lehre, Transfer
Initiator_innen: Studierende, Doktorand_innen der Universität Tübingen und die Initiativen You-Manity Tübingen e.V. und Greening the University e.V.
Ansprechpartner: https://nez-tuebingen.org

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