Runder Tisch Mensa

Gesundheits-Fördernde Hochschule (GFH) Fulda

Der Runde Tisch Mensa ist ein hochschulübergreifendes, regelmäßig tagendes Gremium
an der Hochschule Fulda, das sich aus Studierenden und Personalvertreter_innen, der Hochschulleitung sowie Mensabetreiber und Küchenleiter_innen zusammensetzt. Ziele des Gremiums sind das regelmäßige Besprechen aktueller Fragen, Problemstellungen und Ent- wicklungen bezüglich der Mensa und den angebotenen Versorgungsleistungen sowie die Ableitung und Veranlassung von Aktivitäten und Maßnahmen, insbesondere auch im Hinblick auf diverse Nachhaltigkeitsaspekte.

Das hochschulübergreifende Beratungsgremium „Runder Tisch Mensa“ stellt seit Wintersemester 2013/2014 einen festen Bestandteil an der Hochschule Fulda dar. Zunächst entstanden als ein informell und unregelmäßig tagendes Beratungsgremium im Rahmen der Konzipierung des Mensaneubaus an der Hochschule Fulda, wurde es Ende Januar 2014 offiziell „gegründet“ und in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule Fulda und dem Studentenwerk Gießen verankert. Seitdem trifft sich das Gremium, in der Regel einmal pro Semester, bei Bedarf auch häufiger. Es setzt sich aus Studierenden- und Personalvertreter_innen, der Hochschulleitung sowie Mensabetreiber und Küchenleiter_innen zusammen. Insbesondere die Studierenden nutzen diese sich bietende Möglichkeit, um aktiv an der Gestaltung der Lebenswelt Hochschule bzw. Mensa mitzuwirken.

Ziel des Gremiums Runder Tisch Mensa ist es, über Bedarfe und Bedürfnisse im Kontext der Mensaverpflegung mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, um insbesondere den Anliegen der Nutzer_innen Gehör zu verschaffen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und – wo möglich – eine zeitnahe Umsetzung dieser zu ermöglichen. So werden insbesondere folgende Ziele verfolgt:

  • Aufgreifen der in einer Befragung der Hochschulangehörigen benannten Wünsche und Vorstelllungen zur Mensa und deren Verpflegungsangebot
  • Aktuelle Fragen, Problemstellungen und Entwicklungen bezüglich der Mensa und den angebotenen Versorgungsleistungen u.a. hinsichtlich gesundheitsförderlicher Ernährung (z.B. Angebote gesundheitsförderlicher Zwischenmahlzeiten/Snacks), Reduzierung von Lebensmittelverschwendung und Optimierung vegetarischer Angebote (z.B. täglich veganes und vegetarisches Speiseangebot)
  • Ableitung und Veranlassung von Aktivitäten und Maßnahmen im Hinblick auf diverse Nachhaltigkeitsaspekte. Insbesondere zahlreiche kundenbezogene Aktionen/Angebote alltagsrelevanter nachhaltigkeitsbezogener Themen sowie die Reduktion von Ressourcenverbrauchen (z.B. Reduktion von Einwegverpackungen, Porzellankaffeebecher, Lebensmittelresteboxen, verbesserter Nichtraucherschutz, Angebot von Fairtrade-Kaffee und -Tee; Angebot regional erzeugter (Bio)-Produkte).

Die Hochschule Fulda hat sich in ihrem Leitbild der „nachhaltigen Entwicklung“ verpflichtet. Der Mensabetreiber (Studentenwerk Gießen) setzt sich für den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen und Energie ein und wählt – wo möglich – regionale Lieferanten und Bioprodukte aus. Als partizipatives Instrument, das allen Interessengruppen an der Hochschule die Mitarbeit und Einbringung von Interessen ermöglicht, zielt das Gremium darauf ab, auch nachhaltigkeitsrelevante Aspekte zu bearbeiten und diesbezügliche Maßnahmen zu realisieren. Ersten und wesentlichen Ausdruck fand dieses Anliegen bereits in der Planung des (beendeten) Mensaneubaus.

Das Beratungsgremium Runder Tisch Mensa wird in der Regel einmal pro Semester, bei Bedarf auch häufiger, von der GesundheitsFördernden Hochschule (GFH) Fulda zu einer Sitzung einberufen. Das Beratungsgremium setzt sich aus Studierenden- und Personalvertreter_innen, einem Mitglied der Hochschulleitung sowie Vertreter_in und Küchenleiter_in des Studentenwerks Gießen als Mensabetreiber zusammen. Als partizipatives Instrument steht es jedoch auch allen Mitarbeiter_innen offen und bietet die Möglichkeit, Interessen oder eigene Anliegen einzubringen. Insbesondere die Studierenden nutzen diese sich bietende Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der Lebenswelt Hochschule bzw. Mensa mitwirken zu können. So nehmen häufig, neben Mitgliedern des AStA, Vertreter_innen der nicht organisierten Studierendenschaft (angesprochen u.a. durch die Einladung von Fachschaftsräten), Mitglieder studentischer Arbeitsgruppen, deren Aktivitäten mit der Mensa und ihren Dienstleistungen in Verbindung stehen, sowie einzelne Studierende mit thematischem Interesse an den Sitzungen teil. Damit gelingt häufig ein direktes und konkretes Aufgreifen studentischer Wünsche und Anforderungen.

Durch die Möglichkeit, sich in die Planungen des Mensaneubaus – unterstützt durch fachkundige Kolleg_innen – einzubringen, wurde eine Küchenausstattung konzipiert und umgesetzt, die eine hohe Fertigungstiefe erlaubt und damit ein breites Angebot an Frischwaren ermöglicht. Darüber hinaus greifen zahlreiche kundenbezogene Aktionen/Angebote alltagsrelevante nachhaltigkeitsbezogene Themen auf. Auch wird auf die Reduktion des Ressourcenverbrauchs geachtet. Wünsche und Anforderungen der Mensa-Nutzer_innen können durch das Gremium des Runden Tisches aufgegriffen und häufig auch umgesetzt werden, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt.

Das zunächst 2011 informell und unregelmäßig tagende Beratungsgremium, das sich im Rahmen der Konzipierung des Mensaneubaus gründete, ist seit Januar 2014 ein fester Bestandteil an der Hochschule Fulda. Als offizielles Gremium, das sich seitdem regelmäßig einmal pro Semester, bei Bedarf auch häufiger zusammenfindet, wurde es in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule Fulda und dem Studentenwerk Gießen verankert.

Meilensteine

2011

Informell und unregelmäßig tagendes Beratungsgremium im Rahmen der Konzipierung des Mensaneubaus an der Hochschule Fulda

2011/12

Befragung der Hochschulangehörigen zu Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen im Zusammenhang mit der (neu zu planenden) Mensa

Januar 2014

Offiziell „gegründetes“ Gremium mit Verankerung in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule Fulda und dem Studentenwerk Gießen

Seit 2014

Regelmäßige Treffen des Beratungsgremiums Runder Tisch Mensa, in der Regel einmal pro Semester, bei Bedarf auch häufiger

 

Begünstigende Faktoren

  • Durch den Mensaneubau an der Hochschule Fulda war die Notwendigkeit gegeben, ein Gremium aus Expert_innen zusammenzustellen, um den Mensaneubau begleiten und Einfluss auf dessen Gestaltung nehmen zu können
  • Feststellung von Bedürfnissen und Wünschen der Hochschulangehörigen in Bezug auf die (neue) Mensa
  • Verankerung des Beratungsgremiums in die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule und dem Mensabetreiber und damit eine nachhaltige Verankerung in der Organisationsstruktur der Hochschule
  • Ein Akteur, der die koordinativen Aufgaben des Beratungsgremiums Runder Tisch Mensa übernimmt und die Umsetzung von Beschlüssen nachverfolgt

 

Herausforderungen

Das Kommunizieren auf Augenhöhe im neu etablierten Gremium war zunächst nicht leicht. Auch das Bewusstsein dafür, an einem Strang zu ziehen und nicht gegeneinander zu arbeiten, musste sich erst entwickeln.

Das Beratungsgremium Runder Tisch Mensa hat sich zu einem wirkungsvollen und partizipativen Instrument ent- wickelt und etabliert, das allen Interessengruppen an der Hochschule die Mitarbeit und Einbringung von Interessen im Kontext der Mensaversorgung ermöglicht. Hierdurch gelingt es häufig sowohl studentische, als auch Wünsche und Anforderungen der Beschäftigten direkt und konkret aufzunehmen. Dies wurde in den vergangenen Jahren vor allem oft auch von Vertreter_innen der nicht organisierten Studierendenschaft, Mitgliedern studentischer Arbeitsgruppen und von einzelnen Studierenden genutzt. Darüber hinaus bietet das Gremium die Möglichkeit, Aspekte einer „nachhaltigen Entwicklung“ aufzugreifen, zu bearbeiten und diesbezügliche Maßnahmen zu realisieren, denen sich die Hochschule Fulda in ihrem Leitbild verpflichtet hat.

Kernprinzipien

Grundsätzlich kann jede Hochschule ein solches Gremium etablieren, weshalb ein solches Projekt sehr gut übertragbar ist. Als hilfreich für eine gelungene und nachhaltige Implementierung eines solchen Beratungsgremiums erscheinen folgende Aspekte bedeutsam:

  • Einen impulsgebende_n und koordinierende_n Akteur_in an der Hochschule, die/ der das Thema Verpflegung aufgreift, das Gremium einberuft, das Protokollwesen betreut und die Ergebnisse der Vereinbarungen bzw. die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen festhält.
  • Zusammensetzung des Beratungsgremiums: neben Studierenden- und Personalvertreter_innen auch eine_n Vertreter_in der Hochschulleitung, der Küchenleitung vor Ort sowie der Geschäftsführung des Mensabetreibers einbinden.
  • Verankerung in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der Hochschule und dem Mensabetreibenden.

Weiterführende Informationen

Veröffentlichungen

Kroke A (2012): Seniorenteller und Frauenmenüs? – Eine Erhebung zu Lebensmittel- und essensbezogenen Wünschen und Bedürfnissen von Frauen und Männern in der Gemeinschaftsverpflegung. In: 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Populationen und Patienten: Epidemiologie als Brücke in eine gesunde Zukunft. Abstractband. 2012. Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie: 144

Knorpp L, Kroke A (2012): Meta-Analyse im Rahmen von Evidenzbewertungsprozessen – Eine kritische Betrachtung zur Qualität und Gewichtung von Meta-Analyse am Beispiel von Salzzufuhr und Herz-Kreislauferkrankungen. In: 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Populationen und Patienten: Epidemiologie als Brücke in eine gesunde Zukunft. Abstractband. 2012. Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie: 178

Hagspihl S, Kroke A (2011): Umsetzung nachhaltiger Konzepte in der Außer-Haus-Verpflegung Ausgewählte Aspekte und praxisbezogene Überlegungen am Beispiel einer Hochschulmensa. In: Tagungsband zur Arbeitstagung der DGE 2011: Nachhaltigkeit in der Ernährung. 2011. DGE, Bonn: 39-41

König G, Kroke A (2011): Gesundheitsfördernde Hochschule: Ernährung, Versorgung, Nachhaltigkeit. In: Ernährung im Fokus, 11-08/11: 356-357

Kroke A, Stegmüller K (2012): Let‘s do it – Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung im Setting „eigene Hochschule“. In: Lebenswelten nachhaltig und gesundheitsförderlich gestalten. Tagungsband zur „Ersten Fuldaer Public Health Nutrition Tagung“ am 19. April 2012 in Fulda: 22-25

Kontakt

Institution: Hochschule Fulda, University of Applied Sciences
Bereich: Betrieb
Initiator: Gesundheits- Fördernde Hochschule (GFH) Fulda
Ansprechpartner_innen:
Judith Obermayer (Projektkoordination) Prof. Dr. Anja Kroke (Projektleitung)
Prof. Dr. Klaus Stegmüller (Projektleitung)
+49(0)661 9640384
GFH@hs-fulda.de
www.hs-fulda.de/GFH

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