Green Office Konstanz

Universität Konstanz, Abteilung für Akademische und Internationale Angelegenheiten

Ziel des Green Office (GO) Uni Konstanz ist die Implementierung einer Kultur der Nachhaltigkeit an der Universität Konstanz. Hierfür ist das GO Ansprechpartner und bietet Interessierten Informationen und ein ständig wachsendes Netzwerk. Es ist Teil der Verwaltung der Universität, wird jedoch nur von Studierenden geführt, die als studentische Hilfskräfte angestellt sind.

Das Green Office (GO) Uni Konstanz wurde 2015 durch Studierende gegründet und ist der Abteilung für Akademische und Internationale Angelegenheiten (AAIA) angegliedert. Die Studierenden waren vorher in unterschiedlichen Nachhaltigkeitsinitiativen und dem AStA-Referat für Nachhaltigkeit aktiv. Das GO Uni Konstanz ist Teil des Green Office Movement. Es gibt mittlerweile 31 Green Offices in sechs europäischen Ländern (Stand November 2017).

Eines der Oberziele des GO Uni Konstanz ist die Implementierung einer Kultur der Nachhaltigkeit in Wissenschaft, Verwaltung und Lebenswelt der Universität. Hierfür ist das GO eine unabhängige Stelle, die versucht, langfristig einen Gesamtüberblick zu behalten und eine Strategie für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Universität zu erarbeiten. Dies benötigt strukturelle und institutionelle Veränderungen. Daher arbeitet das GO, im Gegensatz zu vielen Hochschulgruppen, stärker an Rahmenbedingungen als an einzelnen Projekten. Das GO orientiert sich am Vorrangmodell der Nachhaltigkeit. Den „Sustainable Development Goals“ (SDGs) wird aktuell im Rahmen der Praxisprojekte „qualifikation N“ (s. Bereich Lehre und Forschung) besondere Beachtung geschenkt.

Das GO Uni Konstanz ist Teil der Verwaltung der Universität, wird jedoch nur von Studierenden geführt, die als studentische Hilfskräfte (6 Stellen ø 25h/Monat) bei der AAIA angestellt sind. Das GO hat sechs inhaltliche und organisatorische Bereiche: Betrieb, Lebenswelt Hochschule sowie Lehre und Forschung als inhaltliche Bereiche; Interne Koordination, Finanzen und Marketing (inkl. bewusstseinsbildende Maßnahmen) als organisatorische Bereiche.

Zusätzlich wird das GO durch ein Beratungsgremium, bestehend aus Vertreter_innen der Universitätsverwaltung, der Studierendenschaft, der freien Wirtschaft und der Stadt Konstanz unterstützt. Neben den jährlichen Treffen mit dem Beratungsgremium gibt es ein internes monatliches Teammonitoring. Es besteht ein enger Kontakt zur Studierendenvertretung sowie zu Hochschulgruppen und das GO bietet Unterstützung und Beratung von Studierenden im Bereich Nachhaltigkeit an. Ziel ist es erste Anlaufstelle in Bezug auf Nachhaltigkeit an der Uni zu sein.

Das GO arbeitet im Bereich Betrieb vor allem an der Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts (erscheint in zweijährigen Turnus) für die Universität Konstanz. Hierfür wurden die ursprünglich für Unternehmen geschaffenen GRI4-Kriterien an den universitären Kontext angepasst und entsprechend den Anforderungen einer Lehr- und Forschungseinrichtung erweitert. Die Partizipation der Hochschulangehörigen an den Berichten wird aktuell mehr in den Blick genommen: Studierende bekommen über eine kleine Befragung die Möglichkeit Anregungen für eine nachhaltigere Entwicklung der Universität einzubringen. Für den Nachhaltigkeitsbericht 2018 ist eine Umfrage unter allen Universitätsmitgliedern zusammen mit dem Qualitätsmanagement geplant.

Der Arbeitsbereich Lebenswelt Hochschule bietet eine Plattform für die Arbeit der zahlreichen nachhaltigkeitsorientierten Hochschulgruppen der Universität. Es geht um Vernetzung untereinander sowie mit weiteren Akteur_innen der Universität wie beispielsweise dem Studierendenwerk. Dafür wird mit dem AStA und Entscheidungsgremien wie dem Studierendenparlament und der Fachschaftenkonferenz zusammengearbeitet. Außerdem koordiniert dieser Bereich auch die jährlich stattfindende Projektwoche Nachhaltigkeit und unterstützt bei der Konsolidierung und dem Transfer von Projektwissen innerhalb und zwischen den Initiativen.

Aktuell konzentriert sich der Bereich Lehre und Forschung des GO auf die Lehre. Hier besteht eine sehr gut funktionierende Kooperation mit dem Zentrum für Schlüsselqualifikationen (SQ-Zentrum), über welches pro Semester drei Seminare im Themenspektrum der Nachhaltigkeit angeboten werden.

Seit dem Wintersemester 2017/18 bieten beide zusammen Studierenden die Möglichkeit, sich ihr theoretisches Wissen und praktisches Engagement anhand eines Nachhaltigkeitszertifikats für Studierende bescheinigen zu lassen: die „qualifikation N“. Dieses beinhaltet einen theoretischen Teil (drei SQ-Seminare mit Nachhaltigkeitsbezug und die Veranstaltung „Grundwissen Nachhaltigkeit“) und ein Praxisprojekt, bei welchem sie sich 90 Zeitstunden intensiv mit dem Themenbereich Nachhaltigkeit auseinandersetzen und dieses vorab in Bezug zum Vorrangmodell der Nachhaltigkeit und zu den SDG‘s setzen. Ein weiterer Teil des Zertifikates sind Netzwerktreffen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Außerdem werden in Kooperation mit der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit (Universität Bremen) verschiedene E-Learning-Kurse auf Deutsch und Englisch angeboten. Studierende können aus 17 Veranstaltungen das für sie passende Seminar auswählen und flexibel nach ihrem Bedarf erarbeiten. Diese Seminare können auch im Rahmen der „qualifikation N“ besucht werden.

Die drei organisatorischen Bereiche des GO teilen sich die Arbeit wie folgt auf: Die Interne Koordinationsstelle ist erste Ansprechperson des GO nach Außen. Außerdem übernimmt sie die internen administrativen Vorgänge, die Berichterstattung bei der Abteilungsleitung, die Weiterbildung des Personals und die Betreuung des Beratungsgremiums. Die Finanz-Stelle ist für die weitergehende Finanzierung des GO zuständig, schreibt hierfür Anträge und tritt in Kontakt mit möglichen Geldgeber_innen. Außerdem erstellt sie den Haushaltsplan in Kooperation mit den anderen Bereichen. Schließlich übernimmt die Marketing-Stelle des GO die Bewerbung von Veranstaltungen über Facebook und andere Kanäle, betreut die Website und gestaltet den monatlichen Newsletter. Darüber hinaus betreut sie den Blog des GO zu Nachhaltigkeitsthemen an der Universität Konstanz.

Betrieb
2016 wurde der erste Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2014 veröffentlicht [1], 2018 wird der zweite für das Jahr 2016 erscheinen. Im Zuge dessen gab es eine Umfrage, bei der bisher knapp 200 Personen teilnahmen.

Lehre
Im Jahr 2017 haben 130 Studierende der Universität Konstanz Kurse der Virtuellen Akademie für Nachhaltigkeit besucht. Seit dem Wintersemester 2017/18 werden 17 anrechenbare Veranstaltungen angeboten. Zudem werden im Rahmen der „qualifikation N“ seit dem WiSe 17/18 mindestens drei Präsenzseminare angeboten. Bei der ersten Kick-Off-Veranstaltung (Informationsveranstaltung) zur „qualifikation N“ waren 43 Interessierte. Die erste Veranstaltung „Grundwissen Nachhaltigkeit“ haben 16 Personen besucht. Im Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/18 haben 83 Studierende an insgesamt fünf Seminaren teilgenommen.

Lebenswelt Hochschule
Seit Gründung des GO konnten zwei Projekttage Nachhaltigkeit (2015, 2016) und eine Projektwoche Nachhaltigkeit (2017) mit insgesamt 30 verschiedenen Veranstaltungen durchgeführt werden. Das Programm deckte ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsthemen ab: Vorträge zur Kritik an der Green Economy, eine Energy-Party oder ein Repair-Café. Es fanden mindestens zwei Mal im Semester Vernetzungstreffen der nachhaltig-engagierten Hochschulgruppen statt, aus denen u.a. verschiedene gemeinsame Aktionen entstanden, wie z.B. eine Nachhaltigkeitsralley durch die Hochschule.
Seit dem Sommersemester 2016 schreibt das GO zusammen mit dem AStA-Referat für Nachhaltigkeit und dem International Office jährlich ein Reisestipendium Nachhaltigkeit aus. So konnten im WiSe17/18 zwei Studierende dabei unterstützt werden, zu ihrem Erasmusstudium nicht zu fliegen, sondern mit dem Fahrrad zu fahren. Die Blogbeiträge der Reisenden von unterwegs wurden von 650 Menschen gelesen.

Marketing
Die Facebook-Seite des GO zählt derzeit 448 „Gefällt mir“- Angaben und erreicht 446 Abonnent_innen. Seit Januar 2017 konnte (ohne bezahlte Werbung) ein Zuwachs von rund 100 Abonnent_innen erzielt werden. Die Facebook-Seite zur Projektwoche Nachhaltigkeit im Mai 2017 erreichte 85 „Gefällt mir“-Angaben. Außerdem wird der Blog KonConscious seit diesem Jahr verstärkt von Initiativen als Veröffentlichungsplattform für Blogeinträge nachgefragt.

Ende 2014 wurde durch Studierende der Universität Konstanz ein Antrag auf Förderung durch den „Fonds für innovative Maßnahmen“ für die Gründung eines GO gestellt. Die Gelder wurden durch die Universität bewilligt und das GO wurde der Abteilung für Akademische und Internationale Angelegenheiten angegliedert.

Meilensteine

Ende 2014:
Antragstellung und Beschluss des Ausschusses für Lehre und Forschung auf Finanzierung des GO
18. April 2015:
Gründungsworkshop (5 HiWi-Stellen)
Mai 2015:
1. Nachhaltigkeitstag der Universität Konstanz
April 2016:
Erstmalig können 6 Kurse der Virtuellen Akademie für Nachhaltigkeit angerechnet werden
Juni 2016:
Das GO wird erstmals auch aus studentischen Qualitätssicherungsmitteln finanziert
Januar 2017:
Fertigstellung des Nachhaltigkeitsberichts
April 2017:
Es wird eine Arbeitsstelle zum Thema Finanzen geschaffen
Mai 2017:
Die 1. Nachhaltigkeitswoche findet statt
Oktober 2017:
Der Preis des Universitätsrates wird an das GO verliehen (10.000 € für die Ausrichtung einer Summer School (geplant 2019))
Oktober 2017:
Die „qualifikation N“ startet
Dezember 2017:
Die „qualifikation N“ gewinnt beim campusWELTbewerb (Gelder für Projektstelle zur Planung der Netzwerktreffen)
Februar 2018:
Das Studierendenparlament beschließt die Zusammenarbeit auf Augenhöhe der Studierendenvertretung mit dem GO

Begünstigende Faktoren

  • Das GO konnte auf der Arbeit von studentischen Initiativen und hier vor allem dem Nachhaltigkeitsrat der Universität Konstanz (AStA-Referat) aufbauen.
  • Für die Anschubfinanzierung gab es den Fonds für innovative Maßnahmen (FiM).
  • Wohlwollen der Verwaltung
  • Unterstützung durch das Rektorat
  • Beratungsgremium bestehend aus unterschiedlichen Stakeholdern

Herausforderungen

  • Abgrenzung zu Hochschulgruppen
  • Fluktuation im Team
  • kaum Nachhaltigkeitsbezug in Curriculae
  • Kein eigenes Büro
  • Zu wenig Kapazitäten mit sechs HiWi Stellen (ø 25h/Monat)
  • Wirken in die Forschung
  • Beschaffung in den Nachhaltigkeitsbericht aufzunehmen

Die Rückmeldungen zum GO sind von zahlreichen Akteuren grundsätzlich positiv. Zu kleinen sichtbaren Aktionen gibt es dabei mehr Feedback, als zu lang andauernden strukturellen Veränderungen. So äußerten sich bei dem Netzwerktreffen beim Mittagessen nach der Mensaführung Studierende sinngemäß: „es war total informativ und hat einem die Augen geöffnet, wie Seezeit bzw. die Mensa arbeitet.“; „Es war wirklich super, einen so genauen Einblick in die Arbeit der Mensa zu bekommen, und, dass jede Frage so ehrlich beantwortet wurde.“

Kernprinzipien

  • Das GO ist ein Dienstleister, der Aktionen, Initiativen und Strukturen unterstützt und eine Infrastruktur bereitstellt
  • Das GO ist Wissensspeicher und sorgt für Informationsbereitstellung in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung der Universität
  • Die Mitarbeitenden des GO sind Ansprechpartner_innen für Nachhaltigkeit an der Universität
  • Das GO arbeitet an langfristigen Veränderungen auf struktureller Ebene
  • Offen für alle Fachrichtungen
  • interdisziplinäreren Aspekt der Nachhaltigkeit als Schwerpunkt
  • Arbeiten im Team auf Augenhöhe mit flachen Hierarchien

Kontakt

Institution: Universität Konstanz, Abteilung für Akademische und Internationale Angelegenheiten
Bereich: Lehre, Forschung, Betrieb, Governance, Transfer
Initiator: Studierende
Ansprechpartnerin: Britta Kressin, interne Koordination
greenoffice@uni-konstanz.de
www.uni-konstanz.de/gremien/green-office/

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