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Zwischen Wärme und Weitblick –Ein Wandercoaching-Wochenende in Brandenburg


Wandercoaching Bericht von Emma Wiesner

Vom 12. bis 14. Dezember 2025 machte sich das Team der studentischen Initiative Nachhaltigkeitsbüro (NHB) der Humboldt Universität zu Berlin auf den Weg nach Brandenburg, um an einem Wandercoaching-Wochenende teilzunehmen. Ziel war ein abgelegener Hof in ländlicher Umgebung – ein Ort, der bereits durch seine Ruhe und Abgeschiedenheit den passenden Rahmen für ein intensives gemeinsames Arbeiten bot. Begleitet wurde die Gruppe von den beiden Wandercoaches Rachel und Lukas, die das Wochenende moderierten und inhaltlich mit dem NHB vorbereiteten.

Ankommen und erster Austausch

Nach der gemeinsamen Anreise am Freitagmittag erreichten wir den Hof, der mit einfachen, aber gemütlichen Zimmern, einer großen Gemeinschaftsküche und einem Wohnzimmer mit Kamin ausgestattet war. Schon beim Ankommen war spürbar: Dieses Wochenende sollte Raum für Konzentration, Offenheit und Gemeinschaft bieten. Kerzenlicht, ein wärmendes Feuer und ein gemeinsames Abendessen sorgten für eine entspannte Atmosphäre, die das Ankommen erleichterte. Der inhaltliche Einstieg begann bereits am ersten Abend. Nach einer Vorstellungsrunde und der Präsentation des Programms und des zeitlichen Rahmens wurden Rollen verteilt und gemeinsame Vereinbarungen für den Umgang miteinander getroffen.
In einer ersten Aktivierung wurden Aussagen in den Raum gestellt, zu denen sich die Teilnehmenden positionieren konnten. Diese Methode ermöglichte einen niedrigschwelligen Einstieg in tiefere Gespräche: Über persönliche Kapazitäten, individuelle Motivationen und Erwartungen an die gemeinsame Arbeit. Während Lukas durch die Fragen führte, hielt Rachel zentrale Gedanken fest. Schon hier wurde deutlich, wie wertvoll regelmäßiger Austausch innerhalb einer Gruppe sein kann.

Vertiefung, Reflexion und Gruppenprozesse

Der Samstag begann nach einem gemeinsamen Frühstück mit einem Stimmungsbild, das Raum für persönliche Einschätzungen bot. Darauf aufbauend wurden Themen wie Zusammenarbeit, Gruppendynamiken und Herausforderungen im Engagement an Hochschulen diskutiert. Es ging dabei darum, Muster zu erkennen: Spannungsfelder zwischen Wachstum und Kapazitäten, zwischen institutionellen Strukturen und Eigeninitiative oder zwischen vielen Ideen und begrenzten Ressourcen. Ein zentrales Element des Tages war zudem die Reflexion darüber, wie Gruppen sich organisieren, neue Mitglieder integrieren und langfristig handlungsfähig bleiben können. Dabei spielten Fragen nach Räumen, Zeitstrukturen und gemeinschaftlichen Formaten eine Rolle, ebenso wie die Bedeutung von Begegnung und informellem Austausch. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig Wohlfühlorte, klare Abläufe und ein gemeinsames Selbstverständnis für nachhaltiges Engagement sind. Die Coaches schafften es, durch gezielte Methoden Struktur in die Gespräche zu bringen, ohne diese zu stark zu lenken. Auch das gemeinsame Kochen und Essen trug dazu bei, die Gruppe weiter zusammenzuführen.

Ausblick, Kreativität und Abschluss

Am Sonntag stand abschließend der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Es wurde reflektiert, welche Themen das Wochenende sichtbar gemacht hatte und welche Fragen die Gruppe weiter begleiten werden. Ein weiterer Bestandteil des letzten Tages war eine kreative Phase, in der Ideen gesammelt wurden, wie Engagement sichtbar gemacht und nach außen kommuniziert werden kann. Dabei ging es auch um konkrete Entscheidungen für gemeinsame Projekte im darauffolgenden Monat. Den Abschluss bildete eine gemeinsame Feedbackrunde. Viele Teilnehmende beschrieben das Wochenende als intensiv, klärend und verbindend. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle der Coaches, die es verstanden, Struktur zu geben, ohne Prozesse vorzugeben, und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sowohl Ernsthaftigkeit als auch Leichtigkeit Platz hatten.

Fazit

Das Wandercoaching-Wochenende in Brandenburg war kein Ort für fertige Antworten, sondern ein Raum für gemeinsames Nachdenken, Reflektieren und Zusammenwachsen. Die Mischung aus methodischer Begleitung, persönlichem Austausch und gemeinschaftlichen Momenten ermöglichte es, innezuhalten und den eigenen Umgang mit Engagement, Verantwortung und Zusammenarbeit zu hinterfragen.