20.- 22.06.2025 in Bad Nauheim, Von Emilie Kochanek
An manchen Orten fallen ein heißer Sommertag und der kühle Schatten von alten Bäumen zusammen, der Ausblick in die Ferne lässt in neben Menschen genießen, denen man sich nahe fühlt und man veranstaltet zusammen spektakuläre Shows und lauscht später lustigen Geschichten am Lagerfeuer.
Fast ein Jahr nachdem sich viele von uns für die Ausbildung als Wandercoaches beim netzwerk n beworben haben, ist viel passiert. Wir sind als Fremde zusammengekommen und als Freunde auseinandergegangen. Wir haben auf kühlen Herbstspaziergängen die Sonne genossen, den Regen gegen die Fenster peitschen sehen, in einer Jurte getanzt und in der Sommerhitze im Schatten alter Bäume gesessen. Wir haben reflektiert und geteilt und diskutiert und geschrieben und gemalt und geträumt. Wir sind mit dem neuen Wissen und alten Erfahrungen mehrmals zu zweit zu anderen Hochschulgruppen gereist und haben sie ein kleines Stück auf ihrem Weg begleitet. Nach der Auftaktschulung im September 2024 in Braunlage und der Zwischenschulung im März 2025 in Hannover trafen wir uns im Juni 2025 in Bad Nauheim noch einmal, um unsere Erfahrungen auszutauschen und der Rolle als Trainer des nächsten Jahrgangs ein Stück näher zu kommen.

Zunächst ging es mit einem kleinen Rückblick unserer Coachings los. Dazu machten wir zu zweit einen Reflexionsspaziergang und konnten praktischerweise gleichzeitig ein wenig die Gegend erkunden. Danach beschäftigten wir uns damit, welche Früchte, Sonnenmomente und Stürme wir während der Coachings erlebt haben. Es ging darum, welche Früchte unsere Arbeit mit den Gruppen hervorgebracht hat und welche Momente uns Energie gegeben haben und was wir über uns und unsere Rolle gelernt haben. Auch Momente, die uns schwergefallen sind, sammelten wir.

Nach dem Rückblick wandten wir uns schnell dem Blick nach vorne zu. Als Trainer*innen des neuen Jahrgangs (auf den wir alle schon ganz gespannt waren) würden wir eine andere Rolle und Verantwortung einnehmen, als mit den Hochschulgruppen, die wir bisher ein Wochenende gecoacht hatten. Bei unseren Coachings ging es um den Transfer der vermittelten Methoden und des Wissens in den Alltag der Gruppe, bei der Schulung allerdings auch darum, wie die Teilnehmenden selbst die Inhalte weitergeben würde. Deshalb setzten wir uns noch intensiver mit unserer Verantwortung für den Raum, Macht, Ausschlüssen und der eigenen Positionierung auseinander. Um das zu lernen, hatten wir Raum, den Menschen, die bereits uns ausgebildet haben, Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen zu hören. Dennoch bringen wir, wie auch schon vor der Ausbildung, natürlich auch eigenen Erlebnisse in den Coachings und außerhalb mit, weshalb jeder seinen eigenen Stil finden würde. Um unser Wissen, Haltung und Begeisterung so weiterzugeben, dass andere damit gut arbeiten können würden, probierten wir natürlich direkt das Besprochene aus. In 2er-Teams bereiteten wir entweder zu den Themen Rang oder Konsens jeweils eine kurze Einheit vor, als würden wir sie in der Ausbildungswoche des neuen Jahrgangs durchführen. Anschließend sammelten wir Feedback von den anderen und sprachen darüber, was man bei den Methoden besonders beachten sollte und wann sie sich am besten einsetzten ließen. Der wundervolle Ausblick von unserer Unterkunft und den ganzen Tag draußen im kühleren Schatten verbringen zu können, wussten wir währenddessen nach den Temperaturen auf dem Hinweg und den ewigen Treppenanstieg zum Haus zu schätzen! Außerdem dürfte an dem Wochenende natürlich auch unsere Wertschätzungszeit nicht fehlen, die wir in Form von Perlen auch noch als Armband oder Schlüsselanhänger in den Alltag mitnehmen konnten.

Schließlich endete der Samstag mit einer wundervollen und spektakulären Show von einem erfahrenen Moderationsteam, inklusive Quizshow, Musikeffekten, Snacks, persönlichen Interviews mit den Gästen und Urkundenverleihung. Das Besondere dabei war, dass wir bei der Quizshow teilweise Fragen zu unserer Gruppe beantworten mussten, zu denen die Informationen geschickt bereits zur Anreise eingeholt wurden. Durch die persönlichen Fragen, konnte jeder noch kurzes, mal lustiges, mal tiefsinniges Statement zum Besten geben und so war es ein rundum gelungener Abschluss. Schließlich endete der Abend mit einer spontanen bunten (Lagerfeuer)-Lichtshow und verrückten Geschichten über Aalen, die, wenn sie nicht voll solcher Begeisterung und Überzeugung erzählt worden wären, vielleicht ein Außenstehender für ein Märchen hätte halten können. Wir lauschten allerdings mit warmem Apfelsaft mit Zimt in der Hand den Geschichten und manche munkeln, dass die Aalgeschichten vom kundigen Erzähler auch an den nächsten Jahrgang weitergegeben wurden.
Am Sonntag widmeten wir uns der Ausbildungswoche des neuen Jahrgangs und überlegten, was uns besonders von unserer Ausbildungswoche in Erinnerung geblieben war. Außerdem teilten wir ein, wer welche Blöcke moderieren könnte und erfuhren, wann die anderen Vorbereitungstreffen stattfinden würden. So gab es trotz der Trauer um das Ende der gemeinsamen Zeit in der Abschlussrunde doch auch etwas, worauf wir uns in Zukunft gemeinsam freuen können würden.
Abschließend möchte ich allen danken, die das Wochenende so umsichtig und voller Energie vorbereitet und umgesetzt haben, für alle Momente, in denen wir zusammen gelacht haben, das gute Essen und Kochen und dass niemand aus den Betten gefallen ist (was bei den Betten schon fast verwunderlich war).
Auf dass wir uns bald wiedersehen!
