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„Train-the-Trainer“- & Abschluss-Schulung des WaCo-Jahrgangs 12.0 in Hannover

Von Lukas Kauls, 21.01.2026

Etwa dreieinhalb Monate nachdem unsere Reise zur Wandercoaching Schulung in August begann, trafen wir uns wieder: Diesmal nicht im spätsommerlichen Bad Sachsa, sondern im winterlich-kalten Naturfreundehaus in Hannover. Ein nicht ganz unbedeutender Unterschied im Vergleich zu unserer ersten Schulung: Wir kamen nicht als Haufen wildfremder Menschen zusammen, sondern als Gruppe liebgewonnener Personen. Diese Vorfreude auf das Wiedersehen war am Freitagnachmittag zu spüren, als nach und nach alle eintrudelten. Nach herzlichen Umarmungen, ersten Unterhaltungen und einer Kuchen-Stärkung von der über das ganze Wochenende hinweg durchgehend fabelhaft auftischenden Küche des Hauses starteten wir in unser Programm, checkten gemeinsam ein und besprachen den Fahrplan fürs Wochenende.

Inhaltlich stiegen wir mit einer Reflexion unserer Zeit als Wandercoaches zunächst individuell und anschließend in einem Tandem-Spaziergang ein: Alle haben in den vergangenen Monaten das auf der ersten Schulung erlernte in die Praxis umsetzen können und je ein bis zwei Initiativen aus ganz Deutschland gecoacht. Welche Situationen sind uns im Gedächtnis geblieben, worauf sind wir stolz und worüber freuen wir uns, und was arbeitet noch in uns? Anschließend vererbten wir unsere Schätze an die nachfolgende WaCo-Generation und notierten fleißig unsere Sonnenmomente, Stürme und Früchte aus den Coachings. Was zum Vorschein kam, war die unglaubliche Entwicklung, die wir als einzelne Personen genommen haben, und der dazugewonnene Erfahrungsschatz der gesamten Gruppe. Den Abend ließen wir bei Gesprächen am Lagerfeuer und in der Jurte, beim Kickern oder jede*r für sich ausklingen.

Mit neuer Energie stand der ganze Samstag unter dem Motto „Train-the-Trainer“. Der Fokus lag darauf, wie man Methoden und Inhalte nicht nur mit einer Gruppe anwendet, sondern wie man diese so an Andere weitergibt, dass diese sie selbst anleiten und umsetzen können. Dafür durchliefen wir den gesamten Tag in zwei Parallelsträngen, in denen zwei Untergruppen von drei bis vier Personen je eine etwa einstündige Session für eine hypothetische WaCo-Schulung 13.0 planten, vorbereiteten und am Nachmittag durchführten. Dabei konnten wir auf unsere bisherigen Moderationserfahrungen aufbauen, uns gegenseitig im Team ergänzen und in einem geschützten Rahmen weiter dazulernen. Vom Team des netzwerk n bekamen wir dabei hilfreiches Feedback und reflektierten die Session abschließend in der Gruppe. Neben dem Programm gab es jedoch auch Zeit für Themen, die sonst eher keinen Raum finden, sodass wir uns über eigene Ansprüche und Grenzen als Coaches, über das Erkennen und Kommunizieren dieser sowie über das Handeln in einer allgemein stark leistungsorientierten Gesellschaft austauschten.

Unseren letzten gemeinsamen Abend als WaCo-Jahrgang 12.0 (schnief) feierten wir gebührend: Im Rahmen einer Wandercoaching-Quizshow wurde jede Person mit liebevoll ankündigenden Worten als Special Guest auf die Bühne gebeten und konnte ihre Expertise unter anderem in den Bereichen unverzichtbares Modi-Material, ungewöhnliche Musikinstrumente und merkwürdige Dinge, die einige Menschen im Kühlschrank lagern, einbringen.

Am Ende erhielt jede Person unter tosendem Schnips-Applaus des Publikums ihr Wandercoaching-Zertifikat. Nach dieser feierlichen Zeremonie spielten wir ein Gruppenspiel, bei dem man wahrlich einiges über die Mitmenschen im Raum und ihre Toleranzen erfuhr: Aus einem selbst zusammengeschriebenen Potpourri an kuriosen bis grenzwertigen Charaktereigenschaften zog jede Person einen Zettel und musste dann entscheiden, ob sie ein fiktives Gegenüber mit dem notierten Charakterzug daten würde oder nicht. Während manche in unseren Reihen viele erste Dates hatten, jedoch nie darüber hinauskamen, zogen andere erst nach dem achten Rendezvous die charakterliche Reißleine. Mit Gesprächen bis spät in die Nacht klang dieser lustig-spaßige Abend aus.

Am Sonntagvormittag tauchten wir als thematisch letzte Einheit mit der Case Clinic Methode in die kollegiale Fallberatung ein und besprachen die Fälle „Umgang mit schwierigen Gruppendynamiken & dominantem Redeverhalten“ sowie „Grenzen als Coach & thematische Priorisierung“. Nach einer wohlig-warmen Wertschätzungs- und Abschlussrunde sowie einem abschließenden Mittagessen war es dann an der Zeit, auf Wiedersehen zu sagen.

Insgesamt war das gesamte Wochenende geprägt von Ehrlichkeit, Offenheit, Vertrautheit und Wärme. In unserer Wandercoaching-Zeit sind wir als Gruppe gereift, haben gemeinsam Erfahrungen gesammelt, Höhen und Tiefen durchlebt und konnten an- und miteinander wachsen. Das lag nicht zuletzt auch an dem Raum, den das Vorbereitungs-Team geschaffen und gehalten hat. Allen Personen, die ihre Energie, Zeit und Kraft in die so liebevoll gestalteten und bis ins Detail durchdachten Schulungen gesteckt haben, gebührt ein großes DANKE!

Somit endet offiziell unsere Zeit als Kohorte 12.0, doch ich bin mir sicher, dass wir verbunden bleiben. Dies hier ist kein „Goodbye“, sondern ein „Bis zum nächsten Mal“…