Coaching, Chaos und Cappuccino – Unser Wochenende mit dem netzwerk n in Dangast
24. November 2025 · Behgol
Manchmal merkst du als Gruppe ja erst, dass Hilfe gebraucht wird, wenn selbst der Schokocappuccino nicht mehr alle komplizierten Gruppendynamiken kitten kann. So ungefähr entschieden wir – ein bunter, leicht chaotischer Haufen aus der Fahrradselbsthilfewerkstatt Oldenburg, mit einem Herz für offene Speichen, offene Diskussionen, und leider auch offene Baustellen – uns zu unserer Reise mit dem netzwerk n nach Dangast.

Freitag – Ankommen zwischen Nudeln und Nestern
Am Freitag reisten wir bei schönstem Wetter (= kein Regen) mit Zug, Auto oder sogar mit dem Rad ans Meer. Zeitgleich trudelten auch unsere beiden Coaches vom netzwerk n ein – nach einer langen Reise, aber mit so viel angenehmer Energie, dass es sich sofort vertraut anfühlte, als wären sie schon lange Teil der Gruppe.
Nach einem gemeinsamen Nudel-Essen starteten wir mit einem ersten Check-in für das Wochenende: Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen wurden in kleinen „Nestern“ gesammelt, Kommunikationsregeln festgelegt und die „Hüte“ – also Rollen und Aufgaben – verteilt.

Samstag –Visionen, Kopfstand-Kommunikation und Reflektionsspaziergang
Im „Turnier der Visionen“ stellten wir uns unseren unterschiedlichen Selbstdefinitionen, sammelten Themen und ordneten sie – nach Relevanz und nach dem Motto „gibt’s schon oder müsste es mal geben“.
Nach der Mittagspause suchten wir uns daraus ein konkretes Thema raus, um es beispielhaft zu bearbeiten: Kommunikation. In einer Übung im „Kopfstand“ betrachteten wir schlechte und gute Kommunikationsbeispiele – und merkten, wie nah die beiden auch manchmal beieinander liegen können (Geburtstagswünsche).
Beim anschließenden Reflexionsspaziergang sollten wir über unsere Rollen und unser Wohlbefinden in der Gruppe sprechen. Anfangs diskutierten viele erstmal wild drauf los über Themen, die uns gerade sehr beschäftigen. Als wir dann auf die vorbereiteten Fragen der Coaches blickten, waren das genau die Fragen, die wir vorher so wild besprochen hatten.

Sonntag – Zwischen Baustellen und Roadmap
Am Sonntag sortierten wir die vielen gesammelten Themen: Was ist dringend? Was ist wirklich ein Muss?
In Kleingruppen entwickelten wir für ausgewählte wichtige Themen mit der SMART-Methode Ziele und für die nächsten Monate erste nächste Schritte – damit sich nicht wieder alles im Sande verläuft.
Dabei wurde uns auch klar, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Das Wochenende hat viele offene Punkte sichtbar gemacht. Unterschiedliche Meinungen, verschiedene Erwartungen und begrenzte Zeit machten Manches anstrengend. Trotzdem: Die Struktur, die Methoden und die Begleitung der Coaches haben uns geholfen, Ordnung in das Chaos zu bringen – und das Fadenende im Wollknäuel zu finden.
Besonders schön war, wie die Coaches das Wochenende gestaltet haben: Zwischen den intensiven Arbeitsphasen sorgten sie mit kleinen Warm-ups und kurzen Wachmachern immer wieder für neue Energie. Zudem blieb auch Zeit für Leichtigkeit: gemeinsames Kochen, Baden im Meer, wilde Gestikulierspiele – und einfaches Zusammensein. Schön war, dass die Coaches Lust hatten, Teil unseres chaotischen, aber herzlichen Durcheinanders zu sein.

Fazit
Das Wochenende in Dangast war kein Wundermittel, aber ein wichtiger Schritt. Wir haben gemerkt, wie viele Themen unter der Oberfläche schlummern – und dass Veränderung Zeit braucht.
Doch wir haben jetzt mehr Klarheit, Struktur und Motivation, weiterzumachen.
Dass Moderation, Gesprächsleitung und Struktur diesmal von außen kamen, war eine spürbare Erleichterung. Es half, eingefahrene Dynamiken aufzuweichen und neuen Raum für Beteiligung zu schaffen.
Mit anderen Worten: Wir sind noch mittendrin, aber immerhin schon unterwegs – Richtung konstruktiverer Kommunikation, klarerer Rollen und einer Gruppe, die nicht nur Fahrräder, sondern auch sich selbst reparieren kann. Und ja, der Schokocappuccino darf trotzdem bleiben.