Nachhaltigkeitsbüro = Green Office? Das Nachhaltigkeitsnetzwerk in NRW tauscht sich aus

regio n: Nordrhein-Westfalen

Seit Anfang des Sommersemesters 2020 steht das studentische Nachhaltigkeitsnetzwerk in NRW wieder eng in Kontakt. Am 4. Mai 2020 fand ein virtuelles Treffen mit neuen Interessierten und bestehenden Mitgliedern aus dem Bundesland statt. Das 2019 gegründete Netzwerk Studierende für nachhaltige Hochschulen wächst stetig und mit dem starken Zuwachs an Personen aus Initiativen für Nachhaltigkeitsbüros wurde dieses Mal das Thema Green Office auf die Agenda des Treffens gesetzt.

Über eine inzwischen fast schon alltäglich gewordene Videokonferenz haben sich für das regionale Treffen zehn Studierende als Vertreter*innen verschiedener Hochschulgruppen zusammen mit dem netzwerk n NRW-Team getroffen. Vertreten waren die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Universität zu Köln, Universität Münster, Universität Duisburg-Essen, TU Dortmund und Universität Wuppertal.

Über einen Zeitraum von zwei Stunden – als Auftakt für weitere virtuelle Folgetreffen im Sommersemester – konnte sich die Gruppe austauschen und mit dem Konzept eines Nachhaltigkeitsbüros beschäftigen. In einer kurzen Speeddating-Runde haben sich alle Teilnehmenden zunächst kennengelernt und einen Überblick bekommen, wer aus der Region vertreten ist und was bei anderen für eine Motivation zur gemeinsamen Vernetzung besteht.

Dann ging es gleich weiter mit einem inhaltlichen Austausch dazu, welches Verständnis vom Green Office Modell in der Gruppe vorherrscht. Dabei wurde schnell klar, dass es unterschiedliche Wissensstände dazu gibt, wie ein Nachhaltigkeitsbüro funktioniert und welche Rolle Studierende darin einnehmen. An einer Hochschule hat sich bereits ein rein studentisches Büro etabliert, an einer anderen läuft seit einigen Semestern ein Antrag mit Forderungen nach einer vollfinanzierten Stelle. Dazu gab es sofort einen fruchtvollen Austausch, denn diejenigen die an ihrer Hochschule bereits stark mit dem Aufbau eines Nachhaltigkeitsbüros fortgeschritten sind, konnten ihre Erfahrungswerte direkt weitergeben und Fragen von neu gegründeten Initiativen beantworten.

Auf dieser Basis hat Lukas mit einem Input zum Green Office Modell (nach RootAbility bzw. dem Green Office Movement) angeknüpft. Er stellte zunächst die Kerndefinition des Green Office als „ein Nachhaltigkeitsbüro, welches Studierende und Mitarbeiter*innen informiert, verbindet und dabei unterstützt an Nachhaltigkeit zu arbeiten. Im Gegensatz zu ehrenamtlichen Initiativen, wird ein Green Office von der Hochschule genehmigt und finanziert, sowie von Studierenden und Mitarbeiter*innen gemeinsam geführt“[1] vor.

Dazu kamen weitere Hinweise auf die grundlegenden Prinzipien, den möglichen Institutionalisierungsgrad und auch Kritikpunkte gegenüber dem Modell. Anschließend gab es nochmal ausreichend Zeit für Fragen und auch Tipps dazu, wo weitere Ressourcen zu dem Thema zu finden sind. Natürlich auch mit dem Disclaimer, dass es nicht das eine richtige Nachhaltigkeitsbüro gibt und es immer auf den Hochschulkontext ankommt, welche Form gebraucht wird.

Zum Abschluss ist die Gruppe noch auf die Zukunftspläne des Netzwerks eingegangen und hat sich sofort auf einen neuen Termin im Folgemonat geeinigt, um die Wandelenergie aufrecht zu erhalten und den wertvollen Erfahrungsaustausch beizubehalten. Nach einem kleinen Feedback für das Moderationsteam konnten alle Teilnehmenden am Ende teilen, was sie aus dem Treffen mitnehmen und sich damit gemeinsam vor Augen führen, dass trotz aktueller Einschränkungen nach wie vor viel im Engagement bewegt werden kann.

[1] https://www.greenofficemovement.org/de/