Inspiration, Impulse und intensive Gespräche an der Uni Düsseldorf

“Hochschulen for Future”? Ein Rückblick auf das NRW Dialogforum

Am 27. Februar fand das Dialogforum als Abschluss des ersten Schulungsjahrgangs im NRW-Projekt statt. Im Haus der Universität Düsseldorf kamen über 75 Personen zusammen, um über Nachhaltigkeit an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zu diskutieren und aktuelle Entwicklungen im Bundesland zu beleuchten.

Nicht nur Students for Future-Aktive und interessierte Studierende, sondern auch Hochschulmitarbeitende, Dozierende und Engagierte aus der Zivilgesellschaft waren mit dabei. Dank der Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und unseren Kooperationspartner_innen von der Universität Duisburg-Essen, vom AStA der Heinrich-Heine-Universität und vom Eine Welt Netz NRW konnte das Dialogforum in dieser Form stattfinden.

Die feierliche Eröffnung übernahm das Projektteam, bevor das Tagesprogramm mit zwei kurzen Impulsen von studierender Seite startete. netzwerk n Vorsitzende Rebecca Geyer warf einen Blick auf die Zukunftsvision des Vereins und die Bedeutung regionaler Unterstützung für Studierende, die durch das Projekt “Studierende gestalten nachhaltige Hochschulen in NRW” und dem Format regio n stärker verstetigt werden. Lara Volkmer rief in ihrer Rolle als AStA-Vorsitzende an der Uni Düsseldorf zu mehr Zusammenarbeit aller Statusgruppen auf und betonte, dass die verfassten Studierendenschaften sich dafür einsetzen, den Bereich Nachhaltigkeit aus sozialer und ökologischer Perspektive auf die Agenda der Hochschulen im Bundesland zu setzen.

In zwei Dialogphasen ging es über den restlichen Tag tiefer in den inhaltlichen Austausch. Die studentischen NRW-Multiplikator_innen und weitere externe Referierende luden zu themenspezifischen Workshops ein. Kurze Zusammenfassungen der Inhalte sind unten im Bericht zu finden.

Dazu gab es die Keynote von Uli Hauser, derzeit mit dem Projekt “Geschichten vom Gelingen – Neue Ideen, Narrative und Formate für mehr Klimaschutz” unterwegs, um den Klimawandel gezielt in den öffentlichen Diskurs zu rücken und um Wege zu finden, die Zusammenarbeit von Bewegungen wie Fridays for Future mit wichtigen Entscheidungsträger_innen zu unterstützen. Ganz getreu dem Motto: endlich ins Machen kommen! Der Vortrag regte viele Diskussionen an, welche die Teilnehmenden in die nächste Runde der Dialogworkshops mitnehmen konnten.

Am Nachmittag fand die Fishbowl-Diskussion mit Tobias Holle (Students for Future), Matthias Thomé(Nachhaltigkeitsbüro der Ruhr-Universität Bochum), Prof. Dr. Axel Schölmerich (Rektor der Ruhr-Universität Bochum) und Prof. Dr. Anja Steinbeck (Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) statt. Nachdem die Beteiligten ihr Verständnis von Nachhaltigkeit an Hochschulen geteilt hatten, ging es direkt in eine Bestandsaufnahme der Herausforderungen in NRW, um dann von der “Mecker-Runde” zu einem Ausblick auf konkrete Lösungen zu kommen.

Auch wenn unterschiedliche Meinungen vertreten waren, wurde im Laufe der Diskussion und des gesamten Dialogforums immer klarer, dass die Handlungsmöglichkeiten auf allen Hochschulebenen viele sind und die Zusammenarbeit zwischen den Statusgruppen ein Schlüssel, um Transformation anzuregen. Die rege Beteiligung des Publikums mit Meinungsbildern ganz im Sinne der perspektive n und mit eigenen Beiträgen auf dem Podium gaben wertvolle Anstöße und lenkten das Gespräch über Betrieb und Forschung hinaus, z.B. auf den Umgang mit Aktivismus und Lern- und Lehrbedingungen an Hochschulen. Mit vielen Eindrücken und Handlungsansätzen konnte die Veranstaltung anschließend im offenen Austausch ausklingen.

Für Studierende gibt es nun die Möglichkeit, im zweiten Jahrgang der NRW-Multiplikator_innenschulung direkt aktiv zu werden: Die Anmeldung ist bis zum 31. März offen. Auch in diesem Jahrgang wird ein abschließendes Dialogforum am 25. Juni stattfinden. Weitere Informationen zum Projekt und unseren Vorhaben gibt es hier.

 

 Hier die Zusammenfassung der Dialogworkshops (in Erweiterung):

Zur Vision einer nachhaltigen Hochschule (Frauke Altenberg und Bianca Ludwig)

Beim Workshop Vision einer nachhaltigen Hochschule hatten ca. 20 Teilnehmende die Möglichkeit sich auf eine utopische Reise zu begeben und sich über die Hochschule der kühnsten Träume  auszutauschen. Gemeinsam stellten wir uns die Frage wie wir in Zukunft lernen, lehren und forschen wollen und was Uni für Menschen und Gesellschaft sein kann. Unser Ergebnis: Nachhaltigkeit bedeutet viel mehr als Ökostrom und Recyclingpapier und braucht eine stärkere Austausch- und Partizipationskultur an Hochschulen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschullehre stärken und Vernetzung fördern (Annaliesa Hilger)

Im Workshop wurden die Potenziale von Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Hochschullehre gemeinsam erkundet und in einen Austausch von Erfahrungen und guten Beispielen getreten. Anschließend wurden Einflussmöglichkeiten und Grenzen von Studierenden auf die Hochschullehre besprochen sowie konkret studentische Perspektiven und möglich Aktivitäten mit dem Hochschulnetzwerk BNE in der Lehrkräftebildung in NRW erarbeitet.

 

Beschaffung an Hochschulen nachhaltig gestalten: Öffentliche Beschaffung (Jana Jansen und Hannah Fuduric)

Fragen zur nachhaltigen Beschaffung wurden im packenden Dialogvortrag der Referentin Marion Rumpl gemeinsam erarbeitet und beantwortet. Die Referentin betreut im Beschaffungsamt des Innenministeriums den Themenbereich der nachhaltigen Beschaffung und hat mit Praxisbeispielen und klassischen Fallstricken den Teilnehmenden die erfolgreiche Umsetzung nähergebracht. Erarbeitet wurde, wie das Beschaffungswesen grundsätzlich gesetzlich geregelt ist und wie diese Strukturen für eine nachhaltige Beschaffungspolitik an der Hochschule genutzt werden können. Relevant ist es, in den Austausch mit der beschaffenden Person der Hochschule zu gehen und sie in nachhaltiger Beschaffung zu bestärken, beispielsweise durch intensiv vorbereitete Unterlagen der Ausschreibung, die Vernetzung mit anderen Hochschulen und der Suche von Verbündeten, die motiviert sind, etwas innerhalb der Hochschule zu verändern.

Das Green Office Modell als Beispiel für nachhaltige Strukturveränderung (Marie Schmidt, Helene Neuburger, Lennard Gottlieb)

Erste Ideen zum Green Office Modell wurden zum Einstieg in den Workshop von der Gruppe erarbeitet, um ein gemeinsames Verständnis vom Konzept zu bekommen und die Vorteile zu erkennen. Danach wurde das Modell und seine Entstehung durch RootAbility bzw. Green Office Movement vorgestellt, um im Anschluss zu schauen, welche Aufgaben und Handlungsfelder ein Green Office im Hochschulkontext hat und welchen Beitrag es zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann. In verschiedenen Austauschrunden haben wir uns mit den Herausforderungen im Aufbau von solch einer Nachhaltigkeitsstruktur an Hochschulen befasst und den Workshop mit einem konkreten Schritt-für-Schritt Handlungsleitfaden für den Aufbau von einem Green Office abgerundet.

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