Fotos: Johanna Weber, Hochschule München, 2019

13. Netzwerktreffen des Netzwerk Hochschulen und Nachhaltigkeit Bayern

Studierende stehen im Mittelpunkt

Wie können Studierende den „Klimawandel“ an Hochschulen mitgestalten? Um dieser Frage nachzugehen, kamen Vertreter_innen bayrischer und österreichischer Hochschulen am 27. Juni zum 13. Netzwerktreffen des Netzwerk Hochschulen und Nachhaltigkeit Bayern zusammen.

Das Engagement und der Beitrag Studierender zu einer nachhaltigen Hochschultransformation sollte also im Fokus stehen. Dazu fand die Veranstaltung in Kooperation mit der bayrischen Landes-Asten-Konferenz und der Allianz Nachhaltiger Universitäten Österreich statt. Auch das netzwerk n war natürlich vertreten und unser Projektteammitarbeiter Johannes leitete einen Workshop zur Beteiligung Studierender in der Hochschulgovernance. Hier konnten auch gleich Lösungen erarbeitet werden, wie studentisches Engagement und Beteiligung zum Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen gestärkt werden können: Schaffung von festen Kommunikationsstellen und Ansprechpartner_innen, Bereitstellung von Mitteln, Infrastruktur und Anreizen für das Nachhaltigkeitsengagement, aber auch die klare Positionierung der Hochschulleitung (und gesamten Hochschule) zum Thema Nachhaltigkeit als Vorbildfunktion waren nur ein paar der gefundenen Antworten.

Passend dazu stellten Vertreter der LAK Bayern ein kürzlich verfasstes Forderungspapier für Nachhaltigkeit an Hochschulen vor. Die darin enthaltenen Vorschläge deckten sich auch großteils mit den Ergebnissen des Workshops. Auch auf das Positions- und Forderungspapier des netzwerk n konnte in diesem Zusammenhang hingewiesen werden.

In der abschließenden Podiumsdiskussion ging es dann noch einmal heiß her. Franziska Allerberger (Sprecherin des forum n), Eva Lettenbauer (MdL Bayern, Die Grünen), Simon Lund (LAK Bayern) und Luca Samlidis (AG Studierende, Fridays for Future) diskutierten mit Beiträgen aus dem Publikum zum Beitrag von Studierenden auf dem Weg zu nachhaltigen Hochschulen. Nachdem Möglichkeiten des Aktivismus bzw. Protests und der institutionellen Beteiligung genannt wurden, wurde jedoch auch schnell klar, dass es eine wesentliche Unterstützung der Studierenden durch veränderte Studienstrukturen, Lehrangebote und Zusammenarbeit mit allen Hochschulakteuren bedarf. Um wirklich den Herausforderungen einer notwendigen Transformation begegnen zu können, müssen wir über bloße individuelle Verantwortlichkeitsapelle hinauskommen und die Organisationen und Strukturen in die Pflicht nehmen. Der notwendige gesamtinstitutionelle Wandel erfordert den Einsatz aller Akteure und Bereiche hochschulischen Handelns, ebenso wie eine rahmengebende und zukunftsweisende Unterstützung durch die Politik. Auf die Forschung bezogen kommentierte Franziska Allerberger dazu: „Ohne Paradigmenwechsel auch in der Forschung werden Hochschulen schlicht ihre Daseinsberechtigung für das 21. Jahrhundert verlieren.“ Das bleiben die großen Herausforderungen und Aufgaben, selbst in einer gut vernetzten Hochschullandschaft wie in Bayern.

Die Veranstaltung bot zumindest in geringem Umfang auch die Möglichkeit zur Vernetzung für studentische Initiativen. So konnten die bayrischen und österreichischen Initiativen beispielsweise ihre Steckbriefe auf einer Landkarte veröffentlichen und sich mit kurzen Pitches den Netzwerkteilnehmenden vorstellen. Dabei waren übrigens auch manche vom netzwerk n gecoachte Gruppen (oikos, sneep, SINNsüdost, forum n).

Wir sind gespannt, was sich in Zukunft im bayerisch(-österreichischen) Netzwerk bewegt und bleiben am Ball.

 

Beitrag von Johannes Ostermeier

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