Foto: André Wagenzik/Andreas Domma © Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)

netzwerk n bei der 19. Jahreskonferenz des Rates für nachhaltige Entwicklung (RNE)

Die Klimakrise ist da – der Druck auf die Politik wächst

Am 4. Juni fand das alljährliche Zusammentreffen der Nachhaltigkeits-Community im Rahmen der 19. RNE-Jahreskonferenz in Berlin statt. Wie auch in den vergangenen Jahren so war auch dieses Mal eine kleine Delegation des netzwerk n präsent, um den aktuellen Diskussionssträngen zu lauschen, sich mit langjährig bekannten Kolleg_innen auszutauschen und um neue Kontakte zu knüpfen.

Die Kurzimpulse im großen Kuppelsaal des bbc am Alexanderplatz machten am Vormittag deutlich, dass politisches und individuelles Handeln notwendiger denn je sind. Es muss etwas passieren, jetzt! In Erinnerung blieben uns insbesondere der Impuls des Meteorologen Karten Schwanke, der bündig und mit anschaulichen Grafiken die Auswirkungen der Klimakrise verdeutlichte, der Kurzvortrag von Dr. Markus Berger, der den realen Wasserfußabdruck je Einwohner_in in Deutschland auf ca. 4.000 Liter bemisst, und letztlich die flammende Rede von Jakob Blasel, der sich für Fridays for Future engagiert und als junger Mensch ein Plädoyer für konsequentes klimaschützendes Handeln der Politik und uns allen hielt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betrat leider erst den Saal, kurz nachdem Jakob seine Rede beendet hatte – es wäre ihr zu wünschen gewesen, diese Botschaft direkt anzuhören und den tosenden Applaus zu erleben (siehe #nomorepillepalle). Der folgenden Rede Merkels war anzumerken, dass ihre Teilnahme an der RNE-Konferenz dieses Jahr endlich mal kein wohlwollender Wohlfühl-Lobhudelei-Termin für sie war, sondern der Druck spätestens seit der EU-Wahl deutlich auf sie, die Bundesregierung und alle politischen Entscheider_innen spürbar ist und zunimmt. Gleich zu Beginn rollten dementsprechend Fridays for Future-Aktivist_innen ein Banner im Saal aus. Der Applaus auf Merkels gewohnt abwägende Rede war im Vergleich zu Jakob Blasels Rede gemäßigt. Ihre Botschaften: Ja, über Nachhaltigkeit im Grundgesetz könne man nachdenken. Die Bundesregierung tue bereits einiges und das Klimakabinett habe einen guten Fahrplan. Aber: Wir dürften nichts überstürzen, da alle Menschen mitgenommen werden müssten. Immerhin schimmerte etwas Selbstkritik durch: Ja, sie könne sich vorstellen, das Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 auszugeben, so wie vom UN-Generalsekretär gefordert, aber dies wäre nicht sehr glaubwürdig, da Deutschland bisher mit seinen Klimazielen säumig sei.

Insgesamt lohnte der Ausflug des netzwerk n auf die Jahreskonferenz, da so die aktuelle Stimmung für Klimaschutz und zur Bewältigung der Klimakrise gut greifbar war. Unser Stand mit unseren Materialien fand reges Interesse bei den Teilnehmer_innen – am Nachmittag waren alle Materialien verteilt. Dort blieben uns auch einige Gespräche mit Vertreter_innen der älteren Generation in Erinnerung: Einige berichteten uns, dass die Themen der nachhaltigen Hochschulentwicklung schon seit Jahrzehnten auch von ihnen bearbeitet würden und sich leider noch zu wenig getan habe. Dies ist sicherlich zutreffend, aber dies ist für uns nur noch mehr Ansporn, die Impulse und positiven Entwicklungen der letzten Jahre weiterzuführen und die positive Stimmung zugunsten klimaschützender Handlungen konkret auf die Transformation der Hochschulen zu übertragen.

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