2. perspektive n an der Universität Witten/Herdecke

Ökonomisches Wachstum im Spannungsfeld der Nachhaltigkeit – welches Transformationspotential bieten alternative ökonomische Denkschulen?

Am Donnerstagabend, den 23. Mai 2019, nahmen trotz der frühsommerlichen Temperaturen circa 30 Studierende, Lehrende und Wittener Bürger_innen an der bereits zweiten perspektive n teil, die an der Universität Witten/Herdecke veranstaltet wurde. Als feste Diskutierende hatten wir Vertreter_innen von drei neuen ökonomischen Denkschulen eingeladen, die eine alternative Perspektive zum neoklassischen Wachstumsdogma bieten. In der Mitte des Fishbowl-Kreises nahmen Anna Reisch für die feministische Ökonomik, Johannes Euler des Commons-Instituts und Gerrit von Jorck für die ökologische Ökonomik Platz. Die Moderatorin Annika Taubert führte die Teilnehmenden gekonnt durch eine spannende Diskussion und man merkte nicht, dass sie zum ersten Mal eine moderierende Rolle bei einer perspektive n einnahm.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit statt, die jährlich vom studentischen Verein oikos Witten/Herdecke organisiert wird. Im Jahr 2019 trug die Projektwoche den Titel „Wertewandel“ und beschäftigte sich mit der Implementierung von Nachhaltigkeit auf individueller, gesellschaftlicher und beruflicher Ebene. Die perspektive n wurde auf den Projekttag zum Thema Gesellschaft gelegt, da sich ein bestimmtes Wirtschaftssystem häufig auf die zugehörige Gesellschaft und ihren Wertekonsens überträgt und somit letzterer ein großes Transformationspotential zugesprochen werden kann. Mit diesen Worten begrüßten zwei Mitglieder von oikos die Anwesenden.

Die Diskussion begann mit einer kurzen Vorstellung der Expert_innen und ihrer Denkschulen anhand von drei aktuellen Fragen zur planetaren Ressourcenverknappung, zum Anteil der von Frauen geleisteten unbezahlten Care-Arbeit und zur Privatisierung von Wasser. Anschließend wurden die theoretischen Ansatzpunkte, die praktische Implementierung und die möglichen Grenzen sowohl der feministischen und ökonomischen Ökonomik als auch der Commons-Theorie diskutiert. Positiv zu beobachten war, dass beide leeren Stühle während der gesamten zweistündigen Veranstaltung besetzt waren und die perspektive n somit ihren interaktiven Charakter erfolgreich entfalten konnte.

Nachdem die Diskussion eine gewisse Eigendynamik entwickelt hatte und neue Perspektiven durch die aktive Teilnahme der Zuhörer_innen hinzukamen, waren die vorgesehenen zwei Stunden bereits vergangen und die festen Diskutierenden Anna, Johannes und Gerrit schlossen die Diskussion mit einem persönlichen Abschlussstatement. Offen gebliebene Fragen konnten anschließend noch bei einem kalten Getränk und Snacks ausdiskutiert werden.

Wir blicken auf eine gelungene perspektive n zurück, die uns einen umfangreichen Einblick in das ambitionierte Transformationspotential der drei vertretenen ökonomischen Denkschulen ermöglicht hat und aber auch die Notwendigkeit aufgezeigt hat, die noch jungen Konzepte präziser weiterzuentwickeln und miteinander zu verknüpfen, um den angestrebten gesellschaftlichen Wertewandel auf unterschiedlichen Ebenen zu realisieren.

Ein großes Dankeschön an Annika Taubert für die tolle Moderation und an netzwerk n für das überzeugende Veranstaltungsformat! Wir freuen uns schon auf die nächste perspektive n an der Uni Witten/Herdecke!

Ein Gastbeitrag von der studentischen Initiative oikos Witten/Herdecke

Diskutanten und Diskutantinnen:

  • Anna Reisch, für die feministische Ökonomik
  • Johannes Euler, Commons-Institu
  • Gerrit von Jorck, für die ökologische Ökonomik
  • … und alle Anwesenden

Moderation: Annika Taubert, netzwerk n e.V.

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