© Franziska Allerberger

Ein Workshop von INUI – Initiative Nachhaltige Universität Innsbruck und dem Umweltreferat Eichstätt zeigt auf, wie das gehen kann

Hochschulen als „Ressource“ für eine sozial-ökologische Transformation?!

Man nehme etwas mehr als eine Hand voll hochmotivierte Studierende aus Deutschland und Österreich, wähle ein kreativ-dynamisches Workshop-Format und bringe dies alles im Rahmen der 2nd Austrian Conference on International Resource Politics (1) Konferenz in Innsbruck (28.02 – 02.03.19) zum Thema Resources for a social-ecological transformation zusammen – und herauskommen innovative Ideen, wie Hochschulen neu gedacht werden und damit wirkliche Akteure des Wandels für eine sozial-ökologische Transformation sein können.

Hochschulen definieren ihre „Exzellenz“ nach wie vor über ihre „First Mission“, also ihren Forschungsleistungen. Neben der „Second Mission“ (Lehre) gerät dabei noch allzu oft die „Third Mission“, sprich die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen gegenüber der Gesellschaft, ins Hintertreffen. Schneidewind (2) zeigt dabei deutlich auf, dass ein stärkerer Fokus auf die „Third Mission“ eine Bereicherung und Belebung für das gesamte Hochschulsystem sein kann. Wie aber kann man die „Third Mission“ zur „First Mission“ machen? Eine Frage, die ohne Zweifel ziemliches Kopfzerbrechen bereiten kann und für deren Antwort(en) es Offenheit, Kreativität aber auch Mut zu (tiefgreifenden) Veränderungen bedarf.

Genau einen solchen „offenen Raum“, um kreative und innovative Antworten á la „thinking out of the box“ für die Frage zu entwickeln, bot der Workshop „University Institutions for a social-ecological transformation” (3), der gemeinsam von uns, Studierenden aus Innsbruck (4) und Eichstätt (5), gestaltet worden ist. Der Design Thinking Ansatz erschien uns hierfür das genau richtige Format. Los ging es also mit der Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses: Verstehen wir unter „Third Mission“ wirklich alle das gleiche? Welche Aspekte gehören dazu? Was verbirgt sich also für uns hinter dem Begriff? Klar, die Uni-Leitung, Professor_innen und Studierende müssen im Alltag diverse Herausforderungen meistern und bringen verschiedene Sichtweisen ein. Anhand von unterschiedlichen Materialien wurden daher Ängste, Motivationen und Bedürfnisse der drei Akteursgruppen ausgearbeitet – Empathie entwickeln war das Gebot der Stunde. Darauf aufbauend galt es, Probleme der jeweiligen Gruppen zu definieren und im „Brainstorming-Eilverfahren“ (die Zeit vergeht wie so oft viel zu schnell …) Lösungsideen zu entwickeln. Das Beste kommt wie immer zum Schluss; in unserem Fall stürzten wir uns auf Lego, zückten Stifte und Papier und entwarfen erste Prototypen unserer Lösungsideen. Und die können sich in jedem Fall sehen lassen: Von der völligen Neugestaltung der Curricula über Dialogformate mit inner- und außeruniversitären Stakeholdern bis hin zu einer kleinen (oder doch großen?) Revolution der Bewertungsverfahren wissenschaftlicher Produktion, bei dem Gesellschaftsrelevanz und Transfer als zentrale Themen eingebunden werden und außeruniversitäre Akteure ein Wörtchen zum Mitreden haben. „Seid ihr völlig verrückt?!“, könnte so manch eine(r) denken. Keineswegs – der Wandel der Hochschullandschaft hat bereits begonnen und wir sind mittendrin!

Links:

  1. https://www.uibk.ac.at/congress/resource-conference/

  2. https://epub.wupperinst.org/frontdoor/deliver/index/docId/6443/file/6443_Schneidewind.pdf

  3. https://www.uibk.ac.at/congress/resource-conference/program/abstracts_ws.html.en#Klier

  4. https://www.facebook.com/INUIBK

  5. https://www.facebook.com/Umweltreferat-Eichst%C3%A4tt-295851917117113/

 

Ein Gastbeitrag von Franziska Allerberger

Eine Antwort hinterlassen