BNE-Netzwerktreffen in Frankfurt am Main

Ausgezeichnetes Netzwerken!

Bei sommerlich heißen Temperaturen von über 30°C kamen am 29. und 30. Mai ungefähr 70 Vertreter_innen von ausgezeichneten Kommunen, Lernorten und Netzwerken unter dem Label Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zusammen. Alle von ihnen hatten 2016 und/oder 2017 eine Auszeichnung von der deutschen UNSESCO Kommission und dem Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für ihr Engagement bekommen. Nach der prunkvollen Zeremonie im November in Berlin letzten Jahres waren die Ausgezeichneten nun eingeladen, sich für einen Tag untereinander auszutauschen, voneinander zu lernen und miteinander Ideen zu spinnen. Ziel war es, das Engagement in der Fläche zu stärken, Synergien zu schaffen und stärker zu verknüpfen mit dem Nationalen Aktionsplan (NAP) BNE, welcher vom BMBF federführend geleitet wird und noch bis 2019 den Rahmen der BNE-Aktivitäten in Deutschland stellt.

Austausch zum Bereich Hochschule

Trotz der Wärme, der strahlenden Sonne und einiger durchgeschwitzter Hemden blieb die Konzentration im Ökohaus und Tagungszentrum Ka Eins über das gesamte Treffen hoch und es fanden gute Gespräche und Diskussionen statt. Lisa und Jana vom netzwerk n moderierten zwei Austausch-Sessions zum Bildungsbereich Hochschule, wo es darum ging, zu eruieren, inwieweit das Engagement der Akteur_innen noch mehr mit den Handlungsfeldern und Zielen des NAP BNE und mit der konkreten Arbeit des Fachforums Hochschule im Rahmen des WAP BNE verknüpft werden kann. Dabei kamen vor allem auch Herausforderungen raus, welche eine fruchtvolle Verknüpfung bisher erschweren: Zeitlich und personell brauchen die Prozesse bereits viele Ressourcen, die zum Großteil ehrenamtlich aufgebracht werden müssen; den Akteur_innen vor Ort fehlt teilweise der Einblick in die Prozesse auf Bundesebene und auch mehr Transparenz und Kommunikation wurde angemahnt. Positiv lässt sich festhalten, dass viele Überschneidungen festgestellt werden konnten und sich herausgestellt hat, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, Commitments zum NAP BNE zu formulieren. Schwierig bleibt weiterhin, alle Akteur_innen mit zu nehmen auf dem Weg hin zur Umsetzung des NAP BNE.

Komplexe Themen in kurzer Zeit

Inhaltlich wurde sich darüber hinaus zu drei Schwerpunktthemen in Workshops ausgetauscht: Digitalisierung, Zertifizierung und Wirkung in den politischen Raum. Keine einfachen Themenkomplexe für die aus sehr unterschiedlichen Bereichen kommenden Akteur_innen. Ein Vetreter von Engagement Global hat im Rahmen des Digitalisierungsworkshops das Diskussionspapier von selbiger Organisation unter dem Titel „Orientierung gefragt – BNE in einer digitalen Welt“ vorgestellt. Die Teilnehmenden diskutierten dabei wie nicht nur BNE strukturell in allen Bildungsbereichen verankert werden kann, sondern auch, wie dieses Vorhaben mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zusammen gedacht werden kann. Das Papier will auch einen Diskussionsbeitrag zum angestoßenen Diskurs des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen „Digitalisierung braucht dringend Gestaltung“ (WBGU, 2018) liefern. Der Fokus des Papiers liegt dabei auf der Entwicklung von Handlungskonzepten sowie konkreten Umsetzungsschritten wie digitalen Medien und mediale Lebenswelten insbesondere im Schulkontext eingebunden werden können. Viele Aspekte, Fragestellungen und Herausforderungen können dabei auch auf anderen Bildungsbereiche übertragen werden, wie zum Beispiel Hochschulen. Dies ist insbesondere für als netzwerk n spannend, da wir ähnliche Visionen teilen (bspw. mit der plattform n und unserer Mediathek).

Im Workshop zu Zertifizierung wurde u.a. das Konzept und der Zertifizierungsmechanismus NUN (norddeutsch und nachhaltig) vorgestellt, welches eine Qualitätssicherung für außerschulische BNE sichert. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass es durchaus einige Zertifizierungs- und Qualifizierungsmechanismen gibt, diese allerdings von Land zu Land unterschiedlich sind und Landschaft eher unübersichtlich erscheinen lassen. Die Wirkung von BNE Akteur_innen hinein den politischen Raum und die Zusammenarbeit oder auch Konfrontation mit anderen Akteur_innen innerhalb dieses war Thema des dritten Workshops. Es zeigte sich, dass trotz vorhandener politischer Strategien sowie theoretischer Konzepte das konkrete Vorgehen häufig eher durch einen Mangel an Zeit und personellen Ressourcen geprägt ist. Es wurde weiterhin ein großer Unterstützungsbedarf hinsichtlich konkreten Vorgehensweisen geäußert. Darüber hinaus wurde u.a. an einem Beispiel von einem Akteur aus dem ländlichen Raum deutlich, dass Konflikte sich nicht immer leicht austragen lassen, wenn der Klimasünder im Ort gleichzeitig der größte Arbeitgeber weit und breit ist.

Die nächste Runde kommt bestimmt

Das gesamte Treffen wurde per Visual/Graphic Facilitation dokumentiert – eine schöne Variante und mal was anderes als ein Protokoll 😉 Insgesamt hat sich das Treffen gelohnt, wir konnten interessante Einblicke in die Arbeit und die Herausforderungen anderer BNE-Akteur_innen erlangen, spannende neue Kontakte knüpfen und sind nun auf jeden Fall motiviert, auch zum dritten Mal die Auszeichnung zu bekommen.

Jana & Lisa vom netzwerk n

>> Zum Bericht des Treffens auf dem BNE-Agenda Portal

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