Konzeptwerkstatt vom 13. bis 14. April 2018 in Berlin

Gedacht & gemacht mit dem netzwerk n!

Wie können ehrenamtliche Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen ihre Öffentlichkeitsarbeit wirksamer gestalten? Welche Governance-Konzepte bringen das Thema Nachhaltigkeit an den Hochschulen entscheidend voran?

Genau diese Fragen diskutierten an zwei Tagen kurz vor Semesterbeginn knapp 40 Menschen aus verschiedenen Hochschulinitiativen aus ganz Deutschland im Rahmen von zwei parallel stattfindenden Workshops – unseren Konzeptwerkstätten! In diesem Jahr haben wir gleich zwei auf einen Streich gemeistert: So wurde eine Konzeptwerkstatt zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit im ehrenamtlichen Kontext“ und gleichzeitig eine weitere zum Schwerpunkt „Nachhaltigkeitsgovernance“ angeboten.

Ziel der Konzeptwerkstätten ist es, einen Rahmen für eine vertiefte Wissensgenerierung und einen Wissensaustausch zu einem spezifischen Thema zu schaffen sowie Raum für eine intensive konzeptionelle Arbeit an einem Projekt zu bieten. Das Format der Konzeptwerkstatt richtet sich dabei an alle Hochschulakteure – Studierende, Initiativen, Dozierende und Verwaltungsmitarbeiter_innen –, die sich vertieft mit einem Thema nachhaltiger Hochschulentwicklung beschäftigen wollen. Wie üblich bei unseren Konzeptwerkstätten (siehe bspw. Konzeptwerkstatt im Oktober 2017 und im April 2017) wurden auch dieses Mal externe Referent_innen für die jeweiligen Themenbereiche eingeladen: Zum einen Anselm Grahl von rootAbility (Nachhaltigkeitsgovernance); zum anderen Dominik Pietrón vomNetzwerk Plurale Ökonomik, Josefa Kny von FUTURZWEI und Carmen Gräf als freie Journalistin (Öffentlichkeitsarbeit). Mit dieser geballten Kompetenz starteten alle mit voller Motivation in die zweitätigen Workshops am Campus Adlershof in Berlin.

Die 22 Teilnehmenden aus neun Initiativen beschäftigten sich im zweitägigen Workshop mit den Fragen: „Wie können ehrenamtliche Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen ihre Öffentlichkeitsarbeit wirksamer gestalten? Wie gelingt gute Medienarbeit tatsächlich?“ Folgende Initiativen waren mit dabei: Nachhaltiges Engagement Osnabrück (NEO), GreenOffice Augsburg, GreenUp your College HS Works, Nachhaltige Katholische Uni Eichstätt, Nachhaltigkeits AK Uni Passau, HU Nachhaltigkeitsbüro, FairQuer, AStA der HNE Eberswalde und GreenOffice Hildesheim.

Den ersten Tag gestalteten Lisa vom netzwerk n und Dominik vom Netzwerk Plurale Ökonomik. Ziel dieses Tages war es, in die Grundlagen und Instrumente gelingender Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einzuführen. Schwerpunkte lagen auf dem Bereich „Was ist eigentlich Öffentlichkeitsarbeit“, Social-Media und auf dem effizienten Umgang mit der Presse. Darüber hinaus wurden Newsletter, Mailinglisten, öffentlichkeitswirksame Aktionen und die Vernetzung mit anderen Organisationen als wichtige Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt. Lisa und Dominik berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen und konnten den Teilnehmenden vermitteln, was es bedeutet, als gemeinnützige Organisation eine gelingende Öffentlichkeitsarbeit zu bewerkstelligen. Gerade die große Herausforderung, im ehrenamtlichen Kontext kontinuierlich den Kontakt zur Öffentlichkeit zu halten und als Ansprechpartner_innen zu fungieren, wurde in diesem Zusammenhang diskutiert. Am Ende des Tages entwickelten die Teilnehmenden anhand von zwei Fallbeispielen – einmal für reaktive und einmal für proaktive Öffentlichkeitsarbeit – selbst eine Strategie, in der die erlernten Methoden und Instrumente zusammengefügt und in einem Zeitstrahl angeordnet wurden.

Am zweiten Tag ging es von der Theorie in die kreative Praxis: Die Teilnehmenden setzten sich mit dem Ansatz des Geschichtenerzählens auseinander. Mit Geschichten kann jede_r etwas anfangen; sie sind greifbar, nachfühlbar, leicht verständlich, können inspirieren und die eigene Kreativität anregen – und sie sind leicht im Kopf zu behalten und weiterzuerzählen. Genau richtig also, um als Nachhaltigkeitsinitiative die eigenen Projekte, Pläne und Erfolge in die Welt zu tragen. Zunächst konnten die Teilnehmenden in einem Interview- und Statement-Training üben, ihre eigenen Botschaften klar und überzeugend in gesprochene Worte zu fassen. Die Erkenntnis: Praxis hilft – der Freundin oder dem Mitbewohner einfach mal erzählen, was die Initiative so macht! Dazu gab die Journalistin Carmen Gräf noch zahlreiche praktische Tipps zum Umgang mit Journalist_innen und der Ansprache von Redaktionen. Anschließend beschäftigte sich die Gruppe mit der Idee der Stiftung FUTURZWEI, „Geschichten des Gelingens“ zu erzählen und zu verbreiten. Die Teilnehmenden sammelten, was eine „Geschichte des Gelingens“ ausmacht und probierten sich selbst im Erzählen von „Geschichten des Gelingens“ aus. Das Ergebnis waren ausgefallene, motivierende und auch witzige kleine Geschichten darüber, wie und warum sich Studierende und andere einer Nachhaltigkeitsinitiative oder ihren Aktionen anschließen sollen. Wie diesen Geschichten kommuniziert werden können – ob als Gesamttext oder stückchenweise in sozialen Medien, als kleines Video oder Podcast –, rundete die Session ab.

Unter dem Motto „Ohne Strukturen ist alles Nichts!?“ setzten sich an den zwei Tagen Teilnehmer_innen von fünf zumeist studentischen Nachhaltigkeitsinitiativen aus ganz Deutschland mit dem Thema Nachhaltigkeitsgovernance an Hochschulen auseinander.

Die Frage- und Problemstellungen und bisherigen Aktivitäten der Gruppen zum Thema Nachhaltigkeitsgovernance an Hochschulen waren sehr unterschiedlich. Um uns ein gemeinsames Begriffsverständnis zu erarbeiten, setzten wir uns zum einen intensiv mit den theoretischen Grundlagen von Governance und Nachhaltigkeitsgovernance an Hochschulen auseinander. Daneben stand die Einführung von verschiedenen Methoden zur Gestaltung eines Konzeptes für die unterschiedlichen Ziele der Gruppen von der Etablierung eines Studium Oecologicum bis hin zur Einführung von konkreten Strukturen zur Nachhaltigkeitsgovernance an der Hochschule im Vordergrund.

Am ersten Tag der Konzeptwerkstatt konnten sich die unterschiedlichen Nachhaltigkeitsinitiativen kennenlernen und austauschen. Um den Governance-Begriff mit Leben zu füllen, bot sich für die Gruppenmitglieder die Gelegenheit, mithilfe von Best-Practice-Beispielen verschiedene Strukturen der Nachhaltigkeitsgovernance im Rahmen eines „World-Cafés“ kennenzulernen. Hier erhielten die Initiativen in Gesprächen mit engagierten Menschen aus dem studentischen Nachhaltigkeitsbüro der HU Berlin, dem Runden Tisch der HNEE und zum Green-Office-Modell Einblicke in bereits bestehende Strukturen. Mit der Anfertigung einer Akteursanalyse unter der Fragestellung „Welche Akteure gibt es an euren Hochschulen und wer ist bereits zu nachhaltiger Entwicklung/ Nachhaltigkeit aktiv?“, setzten sich die Teams intensiv mit ihren eigenen Hochschulen auseinander und lokalisierten wichtige Akteure für ihre Nachhaltigkeitsvorhaben.

Der zweite Tag wurde ganz dem Erarbeiten von Elementen eines Konzeptes für die jeweiligen Nachhaltigkeitsanliegen der Initiativen gewidmet. Die Teilnehmenden erhielten einen Gliederungsvorschlag zur Erstellung eines Konzeptes – Kontext, Vision, Problembeschreibung, Mission, Vorgehen und Projekte. In freier Zeiteinteilung und individueller Schwerpunktsetzung ergab sich so die Möglichkeit, die jeweiligen Konzepte weiter auszubauen. Unterstützt wurde der Arbeitsprozess durch Inputs zu verschiedenen Methoden, wie zum Beispiel dem Problem-und Lösungsbaum, der Stakeholder-Interessen-Einflussmatrix, der Projektchecklist oder der Canvas-Methode sowie durch persönliche Beratung seitens des Konzeptwerkstatt-Teams.

Die Konzeptwerkstatt endete mit der Erstellung einer Roadmap, in denen die Gruppen ihre nächsten Schritte und Aufgaben planten und mit einem Austausch unter den Gruppen zu ihren bisherigen Zwischenergebnissen.

Das Denken und Machen geht weiter!

Zusammenfassend beobachteten wir, dass die Teilnehmenden in beiden Workshops mit ähnlichen Hürden konfrontiert sind. Die Ergebnisse der Konzeptwerkstätten markieren den Startpunkt für die weitere Umsetzungsarbeit der Initiativen an Ihrer jeweiligen Hochschule. Ferner sollen die beiden Konzeptwerkstätten nur der Auftakt für einen weiteren Austausch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeitsgovernance sein.

Zurück an der Hochschule geht es nun darum, die Ideen mit dem erlernten Handwerkszeug konkret werden zu lassen und im Austausch mit weiteren Akteuren in die Tat umzusetzen.

Auf dem Weg in Richtung einer erfolgreichen Nachhaltigkeitstransformation an den Hochschulen wünscht das Konzeptwerkstattteam viel Erfolg und Freude!

Ein großer Dank an Josef Kaiser und Julian Reimann, die die Konzeptwerkstätten mitorganisiert haben. Ohne die beiden wären die zwei Tage nicht so rund abgelaufen! Auch danken wir dem HU Nachhaltigkeitsbüro, durch das wir die schönen Räumlichkeiten am Campus Adlershof der HU Berlin nutzen konnten.

Lisa 

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