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perspektive n „Vom Berichten zum Handeln“ an der Universität Kassel, 25. Januar 2018

Gesucht: Bessere Beteiligungsformate für einen kraftvolleren Nachhaltigkeitsprozess

Studierende der Hochschulgruppen Divest Kassel und sneep Kassel, sowie das Ökologiereferat des AStAs schlossen sich im Sommer 2017 zum NachhaltigkeitsForum zusammen, um die Umsetzung des Leitbilds der Universität Kassel einzufordern. Dieses Leitbild verankert die Reformoffenheit der Universität und sieht in Veränderungen die Chance schöpferischen Mitgestaltens, dass durch Beteiligung, Diskurs und Transparenz ermöglicht wird. Gleichzeitig definiert es den Campus nicht nur als Arbeitsplatz, sondern ebenfalls als Entwicklungs- und Begegnungsraum. Das Umweltprofil der Universität Kassel zielt auf eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie durch den Aufbau eines Berichtswesens und Nachhaltigkeitsmanagements, bei dessen Umsetzung wissenschaftliche Erkenntnisse direkt umgesetzt und angewendet werden können.

Die perspektive n sollte der Anfang für einen verstärkten Austausch aller Statusgruppen sein. Am 25. Januar 2018 war es soweit! Das Gießhaus wurde von 150 Studierenden, Mitarbeitenden aus Verwaltung und Lehre sowie weiteren externen Interessierten besucht, um gemeinsam über den Status Quo der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung an der Universität sowie über Verbesserungsmöglichkeiten zu debattieren.

Die Schwerpunkte der perspektive n wurden auf die bestehenden Governance-Elemente sowie den Betrieb gelegt. Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten sowie mögliche Maßnahmen zu ihrer Verbesserung wurden ebenso thematisiert wie die gelebte Nachhaltigkeit auf dem Campus.

Die Murmelrunde und Farbkartenabstimmung zeigte, dass die meisten Anwesenden zwar die vielen verschiedenen Ansätze und Bemühungen für mehr Nachhaltigkeit an der Universität anerkennen, jedoch auch noch große Potentiale für eine umfassendere Entwicklung sehen. Beispielhaft wurde dabei über die Kommission für Ökologische Nachhaltigkeit (KÖN) diskutiert. Obwohl diese vom Präsidium als Beratungsgremium eingesetzt ist, ist sie sowie ihre Tätigkeit und Zusammensetzung den meisten Statusgruppen unbekannt.

Was wir aus der ersten Runde mitnehmen konnten: War die Universität Kassel in früheren Jahren noch vorwärtstreibend hinsichtlich vieler Nachhaltigkeitsthemen (z.B. Energiewende, ökologische Landwirtschaft) fehlt es ihr nun der beständigen Koordination solcher Aktivitäten. Damit fehlt der Universität ein Ort, an dem sich alle Statusgruppen austauschen können. Auch mangelt es an einer Struktur, die konkrete Ideen aufnimmt und sich für ihre Weiterverfolgung verantwortlich fühlt. Hinderlich ist dabei auch, dass die verschiedenen Akteure häufig nichts voneinander wissen und deshalb mögliche Synergien verloren gehen. Als ein Beispiel für eine mögliche Maßnahme wurde die Implementierung eines Runden Tisches diskutiert, der an der Universität Kassel im Bereich familiengerechte Hochschule bereits funktioniert. Zudem setzt die Universität Kassel eine Vielzahl von Kleinstmaßnahmen in Richtung Nachhaltiger Entwicklung um. Es fehlt jedoch ein organisierter, partizipativer Prozess mit klar definierten Zielen. Nur aus einer entsprechenden Zielvorgabe kann sich ein Ressourcenbedarf ableiten lassen, der in die Bereitstellung von Stellen führen kann. Der Wunsch besteht einen solchen Prozess nun in Gang zu bringen.

Mit einer Farbkartenabstimmung zur Wahrnehmung wie nachhaltig der Universitätsbetrieb ist, wird der zweite Debattenblock eingeleitet. Sie zeigt, dass nach Meinung der Anwesenden in den betrieblichen Abläufen noch zu wenig von Seiten der Universität gemacht wird. Gefordert wird auch, dass die Universität aktiv den Wissenstransfer und das Engagement in die Gesellschaft und mit der Gesellschaft fördert. Auch der Wissenstransfer in die Uni hinein sollte vermehrt fokussiert werden, da bestehendes Wissen aus den Fachbereichen in Eigenangelegenheiten kaum umgesetzt und eingebunden wird.

Und was folgt als nächstes? Im Anschluss an die Diskussion fanden sich bereits verschiedene Akteure, die sich in einem gemeinsamen Treffen vernetzen und über das weitere Vorgehen beratschlagen möchten.

Was nehmen wir uns als nächstes vor?! Eine perspektive n zu Lehre und Forschung!

Zum Bericht von der Universität Kassel zur Veranstaltung.


Diskutant_innen:

  • Oliver Fromm, Kanzler der Universität Kassel
  • Dr. Overwien, Leiter des Fachgebiets „Didaktik der politischen Bildung“ an der Universität Kassel
  • Jeanette Israel-Schart, Leiterin des Qualitäts- und Umweltmanagements an der Hochschule Harz
  • Johannes Geibel, Vorstand netzwerk n und Mitglied der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Josephin Wagner, Studentin im Master-Studiengang „Nachhaltiges Wirtschaften“ und Mitglied bei sneep Kassel
  • Kerstin Lopau, Studentin im Master-Studiengang „Regenerative Energien und Energieeffizienz“

Moderation:

Dr. Michael Flohr, Vorstand netzwerk n

 


Ein Gastbeitrag von Anne-Kristin Geisbüsch und Josephin Wagner.


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