Das netzwerk n bei Brot für die Welt

Studierende aus dem globalen Süden und die sozial-ökologische Transformation

Am 3. und 4. November fand in Berlin der Aktionstag ‚Studierende aus dem Globalen Süden in Deutschland: Willkommen?!‘ von Brot für die Welt statt. An diesem nahmen neben der Hauptzielgruppe der Stipendiat_innen von Brot für die Welt aus dem „Globalen Süden“, Vertreter_innen von Beratungseinrichtungen, Universitäten und Vereinen sowie Mitarbeiter_innen von Brot für die Welt und verwandten Organisationen teil – eine gute und vor allem globale Mischung. Ziel der Veranstaltung war die Verabschiedung der ‚Berliner Erklärung der Studierenden aus dem Globalen Süden zu Bildung für nachhaltige Entwicklung‘. Beim Thema studentisches Engagement für BNE durfte natürlich auch das netzwerk n nicht fehlen. Jana und Jannis waren beim Aktionstag mit dabei und Jana hat das netzwerk n im Workshop ‚Die Rolle und das Potenzial von Studierenden aus dem Globalen Süden in der sozial-ökologischen Transformation‘ vorgestellt. In diesem saßen wir mit gut 15 Teilnehmenden aus u.a. Deutschland, Kamerun, Palästina und Guatemala.

Nach einem gemeinsamen Brainstorming zur Frage, welche Themenfelder, Ansätze und Akteure hinsichtlich der sozial-ökologischen Transformation wichtig sind, haben die beiden Moderator_innen (ein Stipendiat von Brot für die Welt aus Kamerun und eine STUBE[1] Aktivistin aus dem Kaukasus) die besonderen Potenziale von Studierenden aus dem “Globalen Süden“ in zwei kleinen Inputs hervorgehoben: Internationale Studierende bringen so u.a.  interkulturelle Kompetenzen, transnationale Beziehungen und Zugang zu diversen Netzwerken auch in den Heimatländern mit, welche besondere Perspektiven und Potenziale für die sozial-ökoligische Transformation birgen. Studierende aus dem „Globalen Süden“ betrachten Probleme häufig stärker aus einer globalen statt lediglich einer nationalstaatlichen oder europäischen Perspektive. Diese während des Workshops herausgearbeiteten Potenziale wurden von Prof. Holger Brandes (Rektor der Evangelischen Hochschule Dresden) auf der am Abend stattfindenden Paneldiskussion ergänzt: Er stellte fest, dass internationale Studierende in der Regel engagierter seien als der Durchschnitt deutscher Studierender. All dies sind wichtige Faktoren für das Gelingen einer globalen sozial-ökologischen Wende.

Gleichzeitig – und dies brachte die Veranstaltung auch deutlich zum Ausdruck – sind internationale Studierende allgemein, aber vor allem Studierende aus dem „Globalen Süden“, häufig rassistischen Handlungen oder Strukturen an ihren deutschen Hochschulen und im Alltag ausgesetzt. Deswegen reicht es nicht aus, lediglich zu fordern, den Stimmen internationaler Studierender im Engagement für eine sozial-ökologische Transformation mehr Gehör zu verschaffen. Vielmehr müssen alle Studierenden sowie alle weiteren Mitglieder der Hochschulen und der Gesellschaft gemeinsam gegen den noch immer vorherrschenden Rassismus vorgehen. In dieser Hinsicht könnte das Einbinden von Studierenden aus dem „Globalen Süden“ in bereits bestehende Nachhaltigkeitsinitiativen an Hochschulen ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein. Wir wollen deshalb weiter mit Organisationen wie Brot für die Welt zusammenarbeiten, um auch solche Perspektiven stärker in die Arbeit des netzwerk n einzubinden.

[1] Studienbegleitprogramm für Internationale Studierende der Evangelischen Studierendengemeinde

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