Was wir machen

Unsere Vision, Mission und Aktivitäten

Das netzwerk n e.V. bezieht sich in seiner eigenen Bildungsarbeit explizit auf den Gestaltungskompetenz-Ansatz nach de Haan (2006). Der Fokus unserer Arbeit ist die Transformation der Hochschulen vor dem Nachhaltigkeitsleitbild; entsprechend geht es uns um die Weiterentwicklung und Anwendung unserer Kompetenzen, um genau dies zu erreichen. Dazu bringen wir auch die Stimme der Studierenden intensiv in die politischen Debatten über eine Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung, und damit auch der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ein. Sei es durch die kritisch-konstruktive Mitarbeit in politischen Gremien, durch Vorträge und Workshops oder die Teilnahme an Tagungen und Podiumsdiskussionen. Ganz nach dem Motto: Mitgestalten durch Einmischen! 

Vision

Eine Vision aus dem Jahre 2015 – Die Hochschule in nachhaltiger Entwicklung

Anfang 2015 haben wir den Entschluß gefasst, mit allem im netzwerk n Aktiven einen Visionsfindungsprozess zu starten. Gerade wenn es darum geht, für die große Transformation der Hochschulen zu werben und diese zu gestalten, bedarf es einer Vision, einer klaren Vorstellung der langfristigen Ziele, denn sonst verpufft die Wirkung des gegenwärtigen Handelns. Oder wie es Vera Sartorius so schön ausdrückte: „Vision without action is a daydream… Action without a vision is a nightmare!

Daraufhin wälzten wir uns in einem mehrstufigen Prozess durch die Literatur, diskutierten auf unser Plattform und erarbeiteten auf einem mehrtägigen Seminar in den thüringischen Weiten unsere Vision aus dem Jahre 2015 – Die Hochschule in nachhaltiger Entwicklung. Diese findet Ihr nun in drei Versionen – als kompakten Absatz, als einseitige Kurzfassung und in der Langfassung.

Eine nachhaltige Hochschule sieht sich als lernende Institution. Sie hinterfragt partizipativ Ursachen heutiger und zukünftiger gesellschaftlicher und ökologischer Phänomene und akzeptiert und benennt Werthaltungen. Sie sucht nach Möglichkeiten, Transformationsprozesse aktiv so zu gestalten, dass sie Folgen für heutige und nachfolgende Generationen berücksichtigt und abwägt. Dabei regt eine Hochschule in und für nachhaltige Entwicklung zu kritischem Denken an und schafft Räume für Persönlichkeitsentwicklung der Menschen innerhalb und außerhalb der Institution Hochschule.


Die Kurzfassung findet Ihr hier.

Die Langfassung kann hier abgerufen werden.


Unser Dank gilt insbesondere Hannes Bever, Henrike Lindemann und Janina Fago, die mit unglaublicher Energie und großem Zeitaufwand den Prozess zu einem tollen Ende geführt haben.

 

Nachhaltige Entwicklung – Was bedeutet das für uns?

Der Brundtland-Bericht markiert so etwas wir die Geburtsstunde des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung. Darin wird eine nachhaltige Entwicklung beschrieben als: „[…] development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“. Zentraler Kern des Begriffes der nachhaltigen Entwicklung ist damit das ethische Fundament der inter- und intragenerationellen Gerechtigkeit. Diese beide Gerechtigkeitdimensionen stellen auch für uns die normative Grundlage unserer Arbeit dar.
Nachhaltigkeit als „Container-Wohlfühl-Begriff“, in dem sich alles und jeder wiederfinden kann, birgt die Gefahr der Beliebigkeit. Das gängige „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit, welches ein Nebeneinander von Ökologie, Ökonomie und Sozialem unter dem Dach der Nachhaltigkeit propagiert, spiegelt die absolute Limitierung natürlicher Ressourcen nicht angemessen wider. Vielmehr sind die ökologischen Grenzen unseres Planeten absolut und bilden den Rahmen für das soziale und ökonomische Handeln der Menschheit. Auf diesem Gedanken fußt das Konzept der „starken Nachhaltigkeit“ (im Gegensatz zur „schwachen Nachhaltigkeit“), welches wir vertreten.

Das bedeutet, dass wir (d.h. vor allem der globale Westen) uns bestimmte Dinge nicht mehr leisten können und Änderungen unseres Lebensstiles, unserer Konsummuster und Produktionsweisen dringend notwendig sind. Neben Effizienz- und Konsistenzstrategien ist hierbei die Suffizienz zentral. Die notwendige Transformation muss dabei nicht unbedingt und ausschließlich Verzicht bedeuten, sondern bietet im Gegenteil vielfältige Chancen. Institutionen spielen eine wichtige Rolle, um zukünftigen Generationen Handlungsoptionen zur Verfügung zu stellen.

Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als ein Zustand, sondern als einen dynamischen Prozess: Ständig sich wandelnde Rahmenbedingungen und Ursache-Wirkungs-Strukturen bedeuten, dass es keine Patentrezepte geben kann. Vielmehr müssen wir uns ständig neu auf die Suche nach für die jeweilige Zeit und jeweiligen Umstände adäquaten Lösungen machen. Für uns bedeutet Nachhaltigkeit auch, die eigenen Ziele und das eigene alltägliche Verhalten kritisch zu hinterfragen.

Mission

Wir wollen zu einer bottom-up-getriebenen, gesamtinstitutionellen Transformation der Hochschulen vor dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Dazu…

  • …schaffen wir Plattformen für Wissens-und Erfahrungsaustausch,
  • …bilden wir uns weiter und empowern uns durch Peer-to-Peer-Weiterbildung
  • …nehmen wir aktiv Einfluss auf die nationale Wissenschaftspolitik.

Politische Aktivitäten

Neben Projekten wie dem Wandercoaching sind wir noch in vielen weiteren Bereichen aktiv. Dadurch bringen wir die studentische Stimme konstruktiv in die Wissenschafts- und Nachhaltigkeitspolitik auf Bundesebene mit ein.

Hochschulspezifischer Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK)

Schon lange beschäftigen wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeitsindikatoren und -berichterstattung an Hochschulen. Seit Mai 2015 nimmt sich nun der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) dieses Themas an und entwickelt auf Basis des DNK für Unternehmen einen hochschulspezifischen DNK. Wir haben diesen Prozess von Beginn kritisch begleitet und unsere Ideen eingebracht. Auch haben wir einen eigenen Entwurf für einen DNK erarbeitet, der sowohl auf den bereits zahlreich vorhandenen Nachhaltigkeitsindikatoren und -berichterstattungsystemen aufbaut als auch den DNK für Unternehmen berücksichtigt. Mehr dazu hier.


Beirat Junger Generationen für den RNE

Wir sind der festen Überzeugung: nur ein multipersektivisch besetzter Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) kann eine progressive und effektive bundesdeutsche Nachhaltigkeitspolitik voranbringen. Deshalb setzen wir uns für eine stärkere Repräsentation der jungen Generation im RNE ein – durch reguläre Mitgliedschaft junger Menschen und durch einen neuen Beirat Junger Generationen. Mehr dazu hier.

 

Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung

Das Weltaktionsprogramm (WAP) schloss sich ab 2015 direkt der UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) an und nahm mit reichlich Verspätung mit der konstituierenden Sitzung der Nationalen Plattform am 29. September 2015 langsam Fahrt in Deutschland auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) berief für uns Johannes Geibel in das Gremium. Am 15. Januar 2016 folgten die ersten Sitzungen der sechs Fachforen, die unter den Themen a) Frühkindliche Bildung, b) Schule, c) Hochschule, d) Berufliche Bildung, e) Non-formales und informelles Lernen/Jugend und f) Kommunen laufen und sich aus ca. 20 bis 25 Vertreter*innen von Akteuren aus der BNE-Landschaft zusammensetzen. Diese haben die Aufgaben, jeweils für ihren entsprechenden Bildungsbereich, Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen für den im Frühjahr 2017 von der Nationalen Plattform zu verabschiedenden Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung beizusteuern. Johannes Geibel, Miriam Block und Mandy Singer-Brodowski sind für das netzwerk n in das Fachforum Hochschule berufen wurden, Michael Flohr in das Fachforum Non-formales und informelles Lernen/Jugend. Überdies arbeiten sogenannte Partnernetzwerke, zu denen jede/r herzlich zur Mitarbeit aufgefordert ist, den Fachforen zu. Viele netzwerk n-Aktive engagieren sich im Partnernetzwerk Hochschule.

Positionspapier

Für eine Hochschullandschaft in nachhaltiger Entwicklung!

Was kann das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung für Hochschulen bedeuten? Wie können diese zu einer solchen Entwicklung der Gesellschaft beitragen? Dazu haben wir 2011 ein Positionspapier (gibt es hier zum Download) verfasst, welches sich an die Wissenschaftspolitik, die Hochschulleitungen, jeden einzelnen Wissenschaftler und an uns Studierende wandte.

Denn, vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel, sozialer Ungerechtigkeit, Ressourcenverknappung und steigendem Wettbewerbsdruck, ist der Wandel der Hochschulen hin zu einem Leitbild einer wertorientierten Wissenschaft und nachhaltigen Entwicklung für uns die beste Alternative. Hochschulen sind auch gesellschaftliche Labore, Werkstätten für Zukunftsmodelle und somit Pioniere der nachhaltigen Entwicklung. Alle Mitglieder der Hochschulen sollten sich der Aufgabe bewusst werden, durch den gemeinsamen Bildungs- und Forschungsauftrag konkrete Handlungsmöglichkeiten für die heutigen und zukünftigen Herausforderungen einer globalisierten und komplexer werdenden Gesellschaft aufzuzeigen. Beschäftigte und Studierende der Universitäten – ob nun als zukünftige Konsumenten_innen, Entscheidungsträger_innen oder Multiplikator_innen – sollten befähigt werden, mit zunehmender Komplexität und Unsicherheit umzugehen, um weiterhin nachhaltig handeln zu können. Was dazu benötigt wird, ist nicht nur die reine Vermittlung eines bestehenden Wissenskanons, sondern auch der Erwerb von Kompetenzen zur Mitgestaltung zukunftsfähiger Gesellschaftsformen.

Aktuell verfassen wir ein neues Positionspapier mit anderen Initiativen, was sich konkret in den vier Bereichen der Hochschule ändern muss, um BNE zu integrieren. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote fuer Neuzugewanderte. . Berlin, 27.03.2017, Copyright: BMBF/photothek.de

Was das netzwerk n schafft und was es wirklich auszeichnet:

Sie schlagen den Bogen, von der BNE – manchmal Nische – zu den großen Diskursen der Nachhaltigkeit. Und sie tun das mit einer Frische, Authentizität und auch einem Ideenreichtum, der seinesgleichen sucht.

Bettina Schwertfeger
Leiterin des Referats „Bildung in Regionen; Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Bild_Maximilian Fries

Ich kann mich noch genau erinnern wie wir vor über fünf Jahren in einem sehr kalten Haus in Leipzig saßen und das erste Mal mit vielen anderen Gruppen aus Deutschland über so etwas wie das netzwerk n gebrainstormt haben. Und es ist unglaublich, zu sehen, wie weit Ihr in diesen fünf Jahren gekommen seid. Ich bin ein bisschen stolz, ein kleiner Teil davon am Anfang gewesen zu sein.

Maximilian Fries
Mitbegründer des netzwerk n e.V.
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Es ist wirklich Wahnsinn was Ihr in den letzten Jahren in der Hochschullandschaft bewegt habt. Wie Ihr transformative Impulse in ganz viele Hochschulen hineingetragen habt. Und wie viele von Euch mit diesem Elan noch weiter nach vorne gehen.

Uwe Schneidewind
Präsident & wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts
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Ihr habt es geschafft, in kurzer Zeit extrem nah an Hochschulen, Ministerien und andere Organisationen heranzutreten und für mehr Nachhaltigkeit an deutschen Universitäten und Hochschulen einzustehen; auf eine provokative, hartnäckige aber vor allem erfrischende Art und Weise.

Riccarda Retsch
Wissenschaftliche Referentin beim Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE)
Felix Spira

In den letzten Jahren habt Ihr mega gute Arbeit gemacht, um das Thema Nachhaltigkeit im deutschen Hochschullandschaft voranzubringen. Gerade Eure politische Lobbyarbeit ist dabei echt spitze!

Felix Spira
Gründer von rootAbility