ZukunftGestalten@HM

Hochschule für Angewandte Wissenschaften München

Das Projekt zielt auf die Entwicklung von Gestaltungskompetenz im Rahmen eines transdisziplinären Lehrformats. Gleichzeitig soll durch die Kooperation mit externen Partnern_innen aus Gesellschaft und Politik ein konkreter Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene geschaffen werden.

Das Projekt wird an der Hochschule München (HM) durch das Team BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) der Hochschule München, den Vizepräsidenten für Innovation und Qualität der Wissenschaftlichen Lehre und engagierte Lehrende aus unterschiedlichen Fakultäten umgesetzt. Das Projekt ist das Ergebnis eines mehrjährigen Innovationsprozesses im Bereich BNE an der HM.

Das Projekt zielt auf die Entwicklung von Gestaltungskompetenz im Rahmen eines transdisziplinären Lehrformats. Gleichzeitig soll durch die Kooperation mit externen Partner_innen aus Gesellschaft und Politik ein konkreter Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung auf lokaler Ebene geschaffen werden (Impact).

Strukturell orientiert sich die Veranstaltung am unten dargestellten Ablauf. Die Inhalte speisen sich aus einem Rahmenthema aus dem Bereich „Nachhaltige Entwicklung“. Zu diesem Rahmenthema bringen externe Projektpartner_innen aus Stadt und Region konkrete Frage- und Problemstellungen ein. So war beispielsweise im Sommersemester(SoSe) 2015 das Rahmenthema „Future City“, und Kooperationspartner war das Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München. Im SoSe 2016 ist der Kooperationspartner die Europäische Metropolregion München e.V. und das Rahmenthema ist „Mobilität in der Europäischen Metropolregion München und ihren Teilräumen“. Insgesamt haben 34 Städte und Kommunen dazu Frage- und Problemstellungen eingereicht. Im SoSe 2016 haben interdisziplinäre studentische Gruppen neun dieser Themen bearbeitet. Die Gruppen wurden dabei jeweils von zwei Lehrenden als Coaches begleitet.

Das Projekt findet in seiner jetzigen Form jährlich jeweils im SoSe statt. Begonnen hat das Projekt in seiner jetzigen Ausgestaltung im SoSe 2015 mit etwa 65 Teilnehmer_innen. Konkret nahmen Studierende aus neun unterschiedlichen Fakultäten sowie Lehrende aus acht unterschiedlichen Fakultäten teil. Dabei wurden insgesamt zwölf Themen aus dem Bereich der Stadtentwicklung bearbeitet und deren Lösungsvorschläge in Form von E-Portfolios und einer Wanderausstellung sowohl den Bürger_innen im betroffenen Stadtteil als auch den Akteuren aus Politik und Wirtschaft zur Verfügung gestellt. Die Wanderausstellung ist seit dem Projektende im Juli 2015 permanent aufgebaut und wurde bisher im Plantreff der Landeshauptstadt München sowie in der Mohr Villa ausgestellt. Angefragt ist die Ausstellung bereits durch die Volkshochschule München und den Bürgertreff des betreffenden Stadtquartier Milbertshofen.

Im SoSe 2016 nahmen ebenfalls etwa 65 Teilnehmer_innen teil. Die Studierenden aus neun unterschiedlichen Fakultäten wurden von Lehrenden aus acht unterschiedlichen Fakultäten betreut.

Der Erwerb von Gestaltungskompetenz: Ziel von ZukunftGestalten@HM ist der Erwerb von Gestaltungskompetenz zur BNE. Der inhaltliche Bezug wird im vorliegenden Konzept vor allem über die Lernsituation hergestellt. Im Folgenden sei dieser Bezug mit Blick auf „ZukunftGestalten@HM – Future City“, so der Titel des Projektseminars im SoSe 2015, herausgestellt:

Die Aufgabenstellung des Praxispartners ist in einen größeren Planungskontext eingebettet. Auf diese Weise wird Bezug genommen auf die Schlüsselkompetenz „Handeln im größeren Kontext“ und auf die Fähigkeit, vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen zu können. Mit dem inhaltlichen Bezug auf Stadtplanung und dem zugrundeliegenden „Handlungsraumansatz“ der Landeshauptstadt München werden die Studierenden mit einer Fülle überkomplexer und unvollständiger Information konfrontiert und können sich dabei selbstständig Konzepte und Bewertungskriterien erarbeiten und deren Tragfähigkeit in Versuchen erleben. Durch die selbstständige Spezifizierung der Aufgabenstellung sollen Erfahrungsräume für gemeinschaftliches Planen und Handeln und die damit verbundene Teilhabe an kollektiven Entscheidungsprozessen geschaffen werden. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte von ZukunftGestalten@HM ist die Kompetenz zur disziplinübergreifenden Erkenntnisgewinnung, zu der auch die Reflexion der vorhandenen (fachspezifischen) Leitbilder gehört. Neben der o.g. fakultätsübergreifenden Zusammensetzung der Arbeitsgruppen wird dieser Schwerpunkt ferner durch die Betreuung realisiert. Betreut werden die Studierendengruppen (Teams) während des gesamten Arbeitsprozesses von Coaches unterschiedlicher Fakultäten, so dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowohl nach innen zu den anderen Teammitglieder als auch von außen durch ein interdisziplinäres Team an Coaches (Teamteaching) sichergestellt wird. In diesem Zusammenhang ließe sich noch eine Fülle an Beziehungen zu anderen Kompetenzen herstellen. So ist das Konzept beispielsweise auf den didaktischen Prinzipien des selbstgesteuerten Lernens aufgebaut, entsprechend könnte die Fähigkeit zu eigenständigem Handeln ebenso zu den Lerngegenständen des Projekts gerechnet werden wie auch eine allgemeine Kommunikationskompetenz. Sie alle sind zur Bearbeitung eines solchen Projektauftrags notwendig, und werden im Verlauf eines solchen Projekts weiterentwickelt.

Eine Gruppe engagierter Hochschullehrer_innen haben im SoSe 2012 die fakultätsübergreifende Lehrveranstaltung „Wieviel Grün ist drin?“ aus der Taufe gehoben. Das war der Startschuss für einen fakultätsübergreifenden Ent- wicklungs- und Lernprozess im Bereich BNE an der HM. Die systematische inhaltliche, methodisch-didaktische und auch organisatorische Verankerung mit den o.g. Ergebnissen wurden allesamt im Rahmen des BMBF-Projekts „ZUG – Für die Zukunft gerüstet“ (Förderzeichen 01PL11025) erarbeitet.

Begünstigende Faktoren und Möglichkeitsfenster für die erfolgreiche Implementierung waren dabei:

  • Die Unterstützung durch den Vizepräsidenten für Innovation und Qualität der Wissenschaftlichen Lehre
  • Das Bestehen von Ansprechpartner_innen in Form von BNE-Beauftragten in den einzelnen Fakultäten
  • Das Bestehen personeller Ressourcen zur Umsetzung des Projekts in Form des BNE-Teams
  • Das z.T. ehrenamtliche Engagement der beteiligten Lehrenden

Folgende Herausforderungen entstanden während der Implementierung:

  • Implementierung eines hochschulweiten Zeitslots zur Durchführung interfakultativer Lehrformate
  • Identifikation der curricularen Anknüpfungspunkte
  • Erheblicher Organisationsaufwand aufgrund des umfangreichen Koordinationsbedarfs (studentische Gruppen, Praxispartner_innen, Lehrende, externe Interessierte, etc.)
  • Etablierung einer angemessenen Infrastruktur, die die unterschiedlichen Ansprüche an Prüfungsleistungen, Form und Inhalt integrieren kann
  • Eng damit verbunden ist die Einführung einer virtuellen Arbeitsplattform (Kursmanagementsystem, Lernplattform, Kollaborations- und Kommunikationssoftware, E-Portfoliosoftware, etc.), die die Durchführung und Koordination eines solch komplexen Lehrangebots überhaupt erst ermöglicht und die professionelle Unterstützung des E-Learning-Center an der HM erforderte.

Etliche Elemente des Konzepts werden für andere Lehrformate übernommen. So startet im Wintersemester 2016/17 etwa ein neues Format an der Hochschule München, das den Aspekt „Planning for Real“ mit Planspielen verknüpft. Ein entsprechender Hinweis zu diesem geplanten Format ist in Kürze auf der Homepage der HM verfügbar.

Insgesamt besteht ein hohes Interesse von Seiten der Gesellschaft an den Arbeitsergebnissen der Studierenden. So wurde etwa die Posterausstellung zu den Projektergebnissen aus dem SoSe 2015 inzwischen im Plantreff München, der Informationsstelle der Landeshauptstadt München zu Themen der Stadtentwicklung, in der Volkshochschule München und an diversen anderen Ausstellungsorten präsentiert.

Auch in Fachforen und entsprechenden Netzwerken zu BNE stößt das Format auf reges Interesse.

Und was genau ist das Besondere an dem Format ZukunftGestalten@HM?

Zitate von Projektbeteiligten:

„[…], dass das Ganze interdisziplinär aufgezogen war, das heißt, dass man einfach mal die Möglichkeit hatte mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten, den Horizont zu erweitern und nicht in seinen eingeschränkten Denkschemata zu arbeiten.“ Studentin

„[…], dass wir endlich mal die Möglichkeit hatten, unser graues Theoriewissen in der Wirklichkeit anzuwenden.“ Student

„Jede Fachdisziplin hat ja ihre Eigenheiten und ihre Abgrenzungsmechanismen. Und plötzlich wirft man sie auf einen Haufen und diese verschiedenen Weltbilder kommen zusammen.“ Prof. Dr. Dürr, FK 10

„[…] da gibt’s natürlich Reibungspunkte, aber die zu überwinden ist ja auch irgendwie befriedigend.“ Student

„[…], die Zusammenarbeit mit der Stadt München.“ Studentin

Kernprinzipien

Formal:

  • ECTS-fähig
  • Offen für Studierende aller Fakultäten und Semester

 

Organisatorisch:

  • Zusammenarbeit mit Praxispartner_innen, die konkrete Themen aus dem Bereich der nachhaltigen (regional) Entwicklung einbringen
  • Zusammenarbeit in interdisziplinären studentischen Kleingruppen
  • Betreuung durch interdisziplinäre Coaching-Teams (Teamteaching)

 

Didaktische Grundprinzipien:

  • Kompetenzorientiert
  • Partizipationsorientiert: Aktive Beteiligung der Studierenden
  • Selbstgesteuertes Lernen
  • Arbeit mit anforderungstypischen Schlüsselsituationen

Kontakt

Institution: Hochschule für Angewandte Wissenschaften München (HM)
Bereich: Lehre, Outreach
Initiator_innen: Team BNE (Prof. Dr. Ralf Isenmann; Dr. Sascha Zinn, Martina Pelz)
Ansprechpartner: Dr. Sascha Zinn
+49 (0)89 12 65 27 42
sascha.zinn[at]hm.edu
www.hm.edu/nachhaltigkeit

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