Week of Links

Universität Tübingen

Die Week of Links ist eine Akademie zum Thema nachhaltige Entwicklung für Studienanfänger_innen. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Aspekten und Themen der nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen können und der sie zum eigenen sozialen Engagement motiviert. Außerdem soll die Vernetzung unter Studierenden verschiedener Fachrichtungen sowie zu bestehenden Initiativen und Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung gefördert werden.

Die Week of Links findet seit Oktober 2014 an der Eberhard Karls Universität Tübingen vor Beginn der Einführungswoche des Wintersemesters statt. Die Nachhaltigkeitsakademie wird von einer Gruppe von Studierenden und Doktorand_innen aus verschiedenen Fachbereichen mit Unterstützung der Universität Tübingen organisiert und wurde von Studierenden zusammen mit You-Manity Tübingen e.V. und Greening the University e.V. initiiert.

Ziel des Projektes ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Studienanfänger_innen sich mit Themen der nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen und sich mit Studierenden anderer Fachrichtungen sowie bereits bestehenden Initiativen und Projekten in diesem Bereich vernetzen können. Dazu werden explizit auch Masterstudierende eingeladen, die neu nach Tübingen kommen.

Es sollen Lösungsstrategien auf unterschiedlichen Ebenen erarbeitet, Konsequenzen des eigenen Handelns realisiert und Selbstwirksamkeit im eigenen Alltag spürbar gemacht werden. Somit soll studentisches Engagement gefördert werden, aber auch angeregt werden, im eigenen Fachstudium Aspekte der nachhaltigen Entwicklung im Blick zu behalten.

Die Week of Links findet an insgesamt vier aufeinanderfolgenden Tagen statt. Während dieser Zeit nehmen die Teilnehmer_innen an moderierten Kleingruppendiskussionen (KGD), von lokalen Initiativen durchgeführten Workshops, öffentlichen Vorträgen und dieses Jahr erstmalig auch an Exkursionen teil. Ein buntes Abendprogramm und Zeit für Pausen sowie das gemeinsame Frühstücken bieten ausreichend Gelegenheit für soziale Vernetzung. Die KGDs beschäftigten sich z. B. mit der Frage, welche Rolle Privatpersonen und die Politik in der nachhaltigen Entwicklung einnehmen können und müssen sowie mit der Entwicklung konkreter Schritte für das eigene Handeln. Um einen Eindruck der Bandbreite der etwa 25 angebotenen Workshops zu vermitteln, hier nur eine kleine Auswahl der beteiligten Initiativen: Studierendeninitiative Bunte Wiese, Amnesty International Tübingen, Anti Corruption International, oikos Tübingen, Transition Town Initiative, Rethinking Economics, u.v.m.

In verschiedenen Arbeitsgruppen werden die unterschiedlichen Programmpunkte sowie übergreifende Aufgaben wie die Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Dieses Organisationsteam besteht im Kern aus ungefähr zehn Studierenden und Doktorand_innen, die gerade in der Durchführung von zusätzlichen Moderator_innen unterstützt werden. Das Organisationsteam erhält weiterhin Unterstützung durch Vertreter_innen der Universität Tübingen, dem Career Service und dem Weltethos-Institut.

Die zweite Durchführung der Week of Links fand vom 30.09. bis zum 02.10.2015 statt. Das Programm beinhaltete zwei Vorträge, 25 Workshops in vier Zeitfenstern, zwei KGDs sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm. Teilgenommen haben etwa 75 Studienanfänger_innen.

In der Evaluation gaben etwa 95 % der Befragten an, dass die Veranstaltung ihr Interesse am Themengebiet der nachhaltigen Entwicklung gefördert hat. Zudem fühlen sich 85 % dadurch stärker motiviert, sich gesellschaftlich oder politisch zu engagieren. Bei einer Nachbefragung, an der sich jedoch nicht alle Teilnehmenden der Week of Links beteiligt haben, gaben zwei Drittel der Befragten an, sich in einer Studierendeninitiative oder einem Verein zu engagieren. Etwa 40 % gaben an, die Initiative während der Week of Links kennengelernt zu haben.

Folgende Punkte stellen die wichtigsten Meilensteine im Rahmen der Implementierung der Week of Links dar:

Dezember 2013: Brief an den Rektor mit der Bitte um Unterstützung der Week of Links; positive Antwort im Januar 2014

März 2014: Treffen mit Vertreter_innen der Universität (weitere Treffen im April und Mai).

April: Finanzierungsanträge an Stiftungen und den Innovationsfonds Nachhaltige Entwicklung, Räume reservieren, Redner_innen anfragen

Mai: Internetauftritt der Week of Links (Homepage, Facebook), Informationstext für die Erstsemesterbroschüre

Juni: Anfragen der Referent_innen für Workshops, Organisation des Abendprogramms und studentische Freiwillige für KGD, lokale Öffentlichkeitsarbeit

Juli: Coaching der KGD-Moderator_innen

September: Verwalten der Anmeldungen (Zuteilung zu Workshops und KGDs), Werbung für öffentliches (Abend-) Programm der Week of Links

Oktober 2014: Nachbereitung der Week of Links (Abschlussbericht, Evaluationsauswertung, etc.)

Welche Punkte erachten Organisator_innen als essentiell für die erfolgreiche Durchführung des Projekts?

  • Kooperation mit der Universität, so dass z. B. die Räume der Universität und ihre Werbekanäle genutzt werden können,
  • Kontakt zu lokalen Initiativen und Projekten,
  • Zusage der finanziellen Förderung durch Stiftungen und den Innovationsfonds,
  • Verstetigung: Eine stärkere Institutionalisierung des Formats im Rahmen der Einführungsveranstaltungen an der Universität Tübingen wird in Zusammenarbeit mit dem Rektorat und dem Career Service erarbeitet. Dabei soll die inhaltliche Konzeption weiter in studentischer Hand bleiben.

Begünstigende Faktoren und Möglichkeitsfenster für die erfolgreiche Implementierung waren dabei:

    • Bereits existierendes Netzwerk studentischer Initiativen im Rahmen der World Citizen School und Strukturen an der Universität Tübingen wie Greening the University, das Studium Oecologicum, etc.
    • Unterstützung und Beratung durch Institutionen der Universität (Career Service, Welt-Ethos-Institut, Hochschulkommunikation bei der Erstellung der Flyer im Corporate Design), allseitiges Bemühen um geringe bürokratische Hürden (Verschicken der Flyer mit den Zulassungsunterlagen, etc.)
    • Unfallversicherung der Teilnehmer_innen durch die Universität
    • Den am Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung angesiedelten Innovationsfond Nachhaltige Entwicklung.

Folgende Herausforderungen entstanden während der Implementierung:

  • Wie erreicht man die Zielgruppe, d.h. Studienanfänger_innen, welche zum großen Teil noch nicht in Tübingen wohnen?

Wir bekamen die Möglichkeit, unsere Flyer bei den offiziellen Zulassungsunterlagen mitzuschicken (kontaktiert Euer Studierendensekretariat). Des Weiteren haben wir uns an Fachschaften und diverse Erstsemester-Facebook-Gruppen gewandt und haben Plakate in Cafes, dem Studierendenwerk und Wohnheimen ausgehängt.

  • Wie gelingt ein kontinuierlicher Wissensaustausch und -weitergabe?

1) Während der Projektphase: Wir haben ein Projekt auf www. basecamp.com eingerichtet, auf welchem die wesentlichen Schritte gemeinsam organisiert werden können und man über Fortschritte benachrichtigt wird.

2) Nach der Projektphase: Die alten Hasen gehen, neue Organisator_innen werden (z. B. unter den Teilnehmer_innen) gefunden. Doch wie gelingt es, die Organisationserfahrung, Herausforderungen, Ansprechpartner_innen, etc. weiterzugeben? Hierfür soll dieses Dokument ein erster Schritt sein. Darüber hinaus wollen wir ausgehend von unseren Dokumenten und Erfahrungen noch ein ausführliches Handbuch zur Durchführung einer Week of Links erstellen.

Wie werden Entscheidungen in einem Team getroffen?

Wir treffen Entscheidungen soweit wie möglich bei unseren regelmäßigen Treffen als Gruppe. Dennoch haben sich Verantwortliche für Teilbereiche zusammengefunden, die intern als Expert_innen Entscheidungen treffen. Bei Unsicherheiten kann jederzeit die Gruppe befragt werden.

Die Week of Links wird von Seiten der Universität sehr gut aufgenommen. Auch von den Teilnehmenden wurde die Veranstaltung insgesamt sehr gut aufgenommen. Insbesondere das breite Themenspektrum und die Vernetzung mit Leuten, die ähnliche Interessen haben, wurden positiv hervorgehoben. Die Evaluation ergab, dass eine Wiederholung der Veranstaltung gewünscht ist. Einen Einblick geben die Erfahrungen einiger Teilnehmer_innen:

„Die Week of Links war für mich ein besonders schöner und gleichzeitig interessanter Einstieg in mein Studium. Ich habe dadurch meine ersten Bekanntschaften hier gemacht und das Einleben war umso einfacher. Ich kann jedem empfehlen vor Studienbeginn eine solche Veranstaltung zu besuchen.“ Paul, 20

„[…] Am besten haben mir die Workshops gefallen, weil man wirklich etwas gelernt hat und sich super mit den Themen beschäftigen konnte.“ Lena, 19

„[…] Darüber hinaus war die Week of Links eine gute Möglichkeit, die verschiedenen Hochschulgruppen kennenzulernen und sich auch danach noch sozial zu engagieren.“ Anna, 20

Für die Durchführung der Week of Links sehen wir in einigen Punkten noch Verbesserungsmöglichkeiten. So sollte der Personalaufwand während der Week of Links nicht unterschätzt werden, auf die rechtzeitige Organisation von Räumen und Materialien (z. B. Programmhefte drucken) geachtet werden, Räume am Morgen der Nutzung vorbereitet werden und an eine ausreichende Dokumentation der Veranstaltung (insbesondere auch Fotos) gedacht werden.

Nach unserem Kenntnisstand ist das Konzept der Week of Links noch nicht an weiteren Hochschulen übernommen worden. Durch den Workshop zu diesem Projekt auf der „konferenz n“ – „Hochschule weiter denken“ und die Aufnahme in diese Best-Practice-Sammlung hoffen wir, dass sich das Format der Week of Links auch an anderen Hochschulstandorten etablieren kann. Wir würden uns außerdem freuen, unser Wissen und unsere Erfahrungen an interessierte Personen und Gruppen an anderen Hochschulen weiterzugeben (z. B. in einem Workshop).

Kernprinzipien

  • Offenheit für Studierende aller Fachrichtungen (Vernetzung und Austausch zwischen Studierenden verschiedener Fachrichtungen soll explizit gefördert werden)
  • Bewusstsein über das Potential der Mitwirkung von Initiativen und Vereinen an einer interdisziplinären Veranstaltung
  • Konstruktive Zusammenarbeit mit Unterstützung durch verschiedene Organe der Universität (Rektorat, Career Service, Raumverwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Studierendeneinrichtungen, etc.)
  • Veranstaltungen zu Studienbeginn (als Einführungswoche) um die Studierenden „abzuholen“ und für ein Engagement zu begeistern
  • Öffentliche Veranstaltungen (Reden, Abendprogramm, etc.) für alle interessierten Tübinger_innen
  • Konzeption und Programmplanung in studentischer Hand

Weiterführende Informationen
Kontakt

Institution: Eberhard Karls Universität Tübingen
Bereich: Lehre, Vernetzung, Engagement, Outreach
Initiator_innen: Studierende, Doktorand_innen der Universität Tübingen und die Initiativen You-Manity Tübingen e.V. und Greening the University e.V.
Ansprechpartner:
Martin Adler
martin.j.adler[at]posteo.de
Fabian Klinge
fabian.klinge[at]student.uni-tuebingen.de
www.weekoflinks.org

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