Grundlagen nachhaltiger Entwicklung

Historie und Konzeptionen des Begriffs Nachhaltige Entwicklung

Hier dreht sich alles um die Grundlagen nachhaltiger Entwicklung – dazu findet Ihr hier wichtige Texte und spannende Videos. Der erste Teil beschreibt die Welt, wie sie sich uns heute präsentiert: in einem Zustand hochgradig nicht-nachhaltiger Entwicklung. Im zweiten Teil geht es um die Historie des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung (NE) und unterschiedliche Konzeptionen von NE. Dabei wird neben dimensionalen Modellen (Drei-Säulen-Modell, Ökologische Nachhaltigkeit), auch die integrative Nachhaltigkeit beschrieben, als auch die Unterschiede zwischen schwacher und starker Nachhaltigkeit erläutert.

a) Eine Welt in nicht-nachhaltiger Entwicklung

Literatur

Titel: Brundtland Report – Our Common Future
Autor_innen: Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen
Jahr: 1987

Abstract:
Der Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (‚ Brundtland-Kommission‘) formulierte erstmals eine Definition für den Begriff ‚Nachhaltige Entwicklung‘. Der Report gilt als Beginn des Diskurses über Nachhaltigkeit und Generationsgerechtigkeit und ist eines der am häufigsten zitierten Dokumente in der Nachhaltigkeitspolitik und -forschung. Zudem markiert dieser einen Meilenstein, da damit die Diskurse über Umweltschutz und globaler Entwicklungspolitik politisch zusammenführt wurden.

Titel: A safe operating space for humanity
Autor_innen: Johan Rockström et al.
Jahr: 2009

Abstract:
Der Artikel schlägt einen neuen Ansatz für die Definition von Vorraussetzungen menschlichen Handelns vor. Es werden neun planetare Grenzen – Klimawandel, Versauerung der Meere, stratosphärischer Ozonabbau, Stickstoffkreislauf, Phosphorkreislauf, globaler Süßwasserverbrauch, Veränderung der Landnutzung, Biodiversitätsverlust, atmosphärische Aerosolladung und chemische Verunreinigung – aufgezeigt, dessen Überschreitungen desaströse Folgen für die Erde und die Menschheit nach sich ziehen werden. Drei dieser Grenzen, so die Autor_innen, seien bereits zum Zeitpunkt des Erschreinen des Artikels überschritten.

Titel: Planetary boundaries – Guiding human development on a changing planet
Autor_innen: Steffen et al.
Jahr: 2015

Abstract:
In dem Artikel aktualisieren die Autor_innen das „planetary boundaries framework“ von Rockström et al. (2009 – s. ‚A safe operating space for humanity‘). Sie beziehen dabei neue Erkenntnisse und Ansätze aus den fünf vorhergegangenen Jahren seit der Veröffentlichung ein und erweitern das Modell.

Titel: Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für die Große Transformation
Autor_innen: Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU)
Jahr: 2011

Abstract:
Diese Dutachten des WGBU wird die Dringlichkeit einer Transformation zu einer post-fossilen Wirtschaftsweise beschrieben. Dazu werden u.a. zehn Maßnahmen vorgestellt, die den Prozess der Wende zur Nachhaltigkeit beschleunigen sollen und die Notwendigkeit eines Generationenvertrags außerhalb nationaler Grenzen wird herausgestellt. Auch wird die Bedeutung von Bildung und Forschung für ein Gelingen des Transformationsprozesses betont.

Online Vorlesungen und TED-Talks

Titel: Let the Environment guide our development
Autor_innen: Johan Rockström
Jahr: 2010

Abstract:
Der Autor des „planetary boundary framwork“ stellt sein Modell bei dem TEDTalk vor und zeigt auf, dass die Wissenschaft der Menschheit Handlungsweisen aufzeigen kann, um sich innerhalb der planetaren Grenzen zu bewegen.

Titel: The State of Climate and what we might do about it
Autor_innen: Lord Nicholas Stern
Jahr: 2014

Abstract:
Der Klimawandel ist ein globales Problem und kann nicht von Nationalstaaten alleine bekämpft werden. Der Ökonom Lord Nicholas Stern stellt seine große Vision der Zusammenarbeit der Staaten vor, um gemeinsam Lösungswege zu finden – nicht nur zur Abwehr der drohenden Umweltkatastrophe, sondern um allen Menschen der Erde ein besseres Leben zu ermöglichen.

Titel: WGBU – World in Transition: Megatrends of the Earth System
Autor_innen: Prof. Dr. Reinhold Leinfelder
Jahr: 2013

Abstract:
In der ersten Vorlesung geht Prof. Leinfelder auf das erste Kapitel des WGBU Reports ‚Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für die große Transformation‘ ein.

Titel: WGBU – World in Transition: Megatrends of the Global Economy and Society
Autor_innen: Prof. Dr. Reinhold Leinfelder
Jahr: 2013

Abstract:
Auch die zweite Vorlesung von Pro. Leinfelder beschäftigt sich mit globalen Megatrends. Dem zugrunde liegt erneut der WBGU Report ‚Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für die große Transformation‘.

b) Konzeptionen von nachhaltiger Entwicklung

Grundlagenliteratur

Titel: Nachhaltigkeit
Autor_innen: Armin Grunwald, Jürgen Kopfmüller
Jahr: 2012

Abstract:
Die beiden Autoren geben einen Überblick über die Hintergründe des Leitbilds ‚Nachhaltigkeit‘ und die verschiedenen Definitionen, Konzepte, Messungen und Realisierungen. Ebenfalls thematisiert wird die Wachstumsdebatte, Klimapolitik, Bevölkerungsentwicklung und Nachhaltigkeitskultur.

Titel: Nachhaltigkeitswissenschaften
Autor_innen: Harald Heinrichs, Gerd Michelsen
Jahr: 2014

Abstract:
Das Lehrbuch von Wissenschaftler_innen der Leuphana Universität in Lüneburg gibt einen fundierten Überblick über die Entwicklung und Entstehung des Diskurses über nachhaltige Entwicklung und die Nachhaltigkeitswissenschaften. Das Thema wird sowohl aus naturwissenschaftlich-technischer als auch humanwissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Titel: Pazifikinsel Nauru – Mist, waren die reich
Autor_innen: Christoph Gunkel
Jahr: 2011

Abstract:
Hätte sich diese Geschichte nicht tatsächlich so zugetragen, würde es sich lohnen sie als Parabel niederzuschreiben. Der Spiegel-Online Artikel dokumentiert eindrücklich die schonungslose Ausbeutung der Phosphatvorkommen der Pazifikinsel Nauru im 20. Jahrhundert und die Folgen für die Natur und die Bewohner_innen.

Weiterführende Lektüre

Titel: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit
Autor_innen: Konrad Ott, Ralf Döring
Jahr: 2011

Abstract:
Wer sich vertieft mit der Theorie nachhaltiger Entwicklung beschäftigen möchte, sei dieses Buch ans Herz gelegt: Die beiden Autoren gehen davon aus, dass es möglich ist, eine Nachhaltigkeitstheorie zu entwickeln, die auf den Grundlagen einer generationsübergreifenden Gerechtigkeitsverpflichtung beruht. Die Kernbedeutung des Begriffs Nachhaltigkeit liegt hierbei in der „langfristigen, ökologisch verträglichen Nutzung kritischer Bestände von Naturkapital“.

Titel: Bewahrung und Entwicklung – Nachhaltige Entwicklung als dialektische Figur
Autor_innen: Uta Eser
Jahr: 2012

Abstract:
Der Artikel behandelt den Begriff ‚Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung‘ und die Frage, was nachhaltiges von nicht-nachhaltigem Handeln unterscheidet. Die Definitionen, die sich in den Dokumenten der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 finden, erscheinen Kritiker_innen weiterhin ungenau. Die Autorin möchte dagegen aufzeigen, dass der Begriff trotz seiner oberflächlich erscheinenden Unschärfe nicht inhaltsleer ist.

 

Die Mediathek ist Teil des Projektes „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“, mit welchem wir studentisches Engagement für Hochschulen in nachhaltiger Entwicklung umfangreich unterstützen und fördern können. Nach einem ersten, erfolgreichen Pilotjahr geht es nun weiter – mit einem weiterentwickelten, noch besseren Konzept, viele Erfahrungen und einer intensiveren Betreuung der teilnehmenden Gruppen. Durchgeführt wird dieses Projekt vom netzwerk n e.V., und koordiniert von Verena Salomon, Johannes Geibel, Jana Holz und Lisa Weinhold. Finanziell gefördert wird dieses Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).