Betrieb

Verbrauch, Ressourcen, Energie...

Ein nachhaltiger Hochschulbetrieb hat äußerst vielseitige Facetten. Er beginnt beim energieeffizienten, aus erneuerbaren Energien versorgtem Gebäudebetrieb, geht weiter bei der Versorgung der Mensen mit regionalen, ökologischen Lebensmitteln und einer ressourcensparenden Mobilität von Studierenden und Angestellten und endet noch nicht bei diskriminierungsfreien, familiengerechten Arbeitsverhältnissen. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Manche mögen an dieser Stelle einwenden: Bei Hochschulen muss Lehre und Forschung im Vordergrund stehen, muss sich jetzt auch noch der Betrieb in Sachen Nachhaltigkeit verändern? Ja, das muss er! Denn wer es mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ernst meint, muss Hochschulen in einem ganzheitlichen Sinne denken. Denn gerade wenn Nachhaltigkeit erlernt und erforscht werden soll, sie in der eigenen Institution aber keine Rolle spielt, ist die Hochschule nur bedingt glaubwürdig und verpasst zudem Chancen. Stichwort Reallabor Hochschule: Gerade die intelligente Verzahnung von Betrieb, Lehre und Forschung macht Transformationspfade hin zu einer nachhaltigen Entwicklung konkret erfahr-, gestalt- und erforschbar. Ein eindrucksvolles Beispiel einer solchen Verzahnung stellt das Projekt „Bunte Wiese“ an der Universität Tübingen dar [1]. Gestartet mit dem Ziel einer Steigerung der Biodiversität auf den universitären Grünflächen wurde das Grünflächenmanagement grundlegend verändert (u.a. selteneres Mähen), die Effekte für Flora und Fauna wurden durch studentische Projekte erforscht und die Bunte Wiese zum Bestandteil von Vorlesungen und Seminaren. Gleichzeitig gelang es, durch Kooperationen mit Stadt und Umweltorganisation, das Konzept auch auf städtische Grünfl.chen zu übertragen.

Ein nachhaltiger Betrieb sollte allerdings mehr sein als eine Vielzahl an Einzelmaßnahmen. Umweltmanagementsysteme, zum Beispiel nach EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), liefern dafür einen vielfach erprobten, etablierten und erfolgreichen Rahmen[2]. Wie EMAS ganz konkret funktioniert und welche Effekte es haben kann, zeigen die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf  auf den folgenden Seiten. Die Kolleg_innen aus Kiel können dabei u.a. mit beeindruckenden Reduktionszahlen im Bereich Wärme und Strom aufwarten; bei der Implementierung und beim Management von EMAS in Weihenstephan-Triesdorf sticht ganz besonders die Beteiligung und das Engagement der Studierenden heraus.

Im Bereich Ernährung gelang es uns, mit dem Studentenwerk Oldenburg  und der Mensa Veggie No. 1  des Studentenwerks Berlin  zwei äußerst erfolgreiche Beispiele einer nachhaltigen Ernährung auf dem Campus zu porträtieren. Die Oldenburger entschieden sich bereits in den 1980er Jahren für die schrittweise Umstellung auf ökologische, regionale Lebensmittel. Beeindruckend ist hierbei, wie durch langfristige Partnerschaften mit Lebensmittelerzeuger_innen in der Region diese bei ihrer Umstellung auf biologische Erzeugung und artgerechte Tierhaltung unterstützt wurden. Dem Berliner Studentenwerk wiederum gelang mit der Veggie No. 1 echte Pionierarbeit: Sie ist die erste rein vegetarisch-vegane Mensa Deutschlands und überzeugt zudem mit einem hohen Anteil an Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung.

[1] Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier

[2] Als Überblickstexte können folgende Dokumente empfohlen werden: (1) Paeger (2010): Umweltmanagementsysteme und (2) Bayrisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (2005): Umweltmanagement an Hochschulen Leitfaden zur Einführung eines Umweltmanagementsystems nach EMAS an Hochschulen.

Stöbere jetzt in den Beispielen aus dem Bereich Betrieb

SUSTAIN IT! Initiative für Nachhaltigkeit + Klimaschutz
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Runder Tisch zur nachhaltigen Entwicklung
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Institut für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft
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EMAS Umweltmanagementsystem
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klik – klima konzept 2030
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Nachhaltigkeit in der Mensa
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Veggie N°1 – die grüne Mensa
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Die Best-Practice-Sammlung ist Teil des Projektes „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“, mit welchem wir studentisches Engagement für Hochschulen in nachhaltiger Entwicklung umfangreich unterstützen und fördern können. Nach einem ersten, erfolgreichen Pilotjahr geht es nun weiter – mit einem weiterentwickelten, noch besseren Konzept, viele Erfahrungen und einer intensiveren Betreuung der teilnehmenden Gruppen. Durchgeführt wird dieses Projekt vom netzwerk n e.V., und koordiniert von Verena Salomon, Johannes Geibel, Jana Holz und Lisa Weinhold. Finanziell gefördert wird dieses Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).